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Vor 100 Jahren wurde mit dem Malik-Verlag der wichtigste Verlag für linksrevolutionäre Literatur gegründet

»Kaum ein Verlag in Deutschland hat so scharf profilierte und einprägsame, dabei qualitativ hochwertige Erzeugnisse herausgegeben« wie der Malik-Verlag, gratulierten die sozialdemokratischen »Monatsblätter für Kultur der Arbeiterschaft« Kulturwille 1927 dem von den Brüdern Herzfelde gegründeten Verlag zu seinem zehnjährigen Bestehen.

Als der Malik-Verlag 1917 gegründet wurde, tobte noch der Erste Weltkrieg. Eine straffe Zensur unterdrückte jegliche Antikriegsliteratur und überhaupt aufrührerische Literatur. Um den Verlag überhaupt gründen zu können, hatten Wieland Herzfelde und sein Bruder Helmut – der sich seit 1916 aus Protest gegen den englandfeindlichen Nationalismus des deutschen Kaiserreiches John Heartfield nannte – deshalb zu einem Trick greifen müssen: Dem Chef der Zensur, General von Kessel, wurde eingeredet, dass der Verlag Else Lasker-Schülers Roman »Der Malik« drucken wolle, in dessen Mittelpunkt der türkische Prinz Malik und somit ein wichtiger Verbündeter Deutschlands stehe.

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