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Die Linke wirft Autorinnen und Autoren Willkür vor

»Gegenwärtig können Autoren, Verlage oder andere Rechteinhaberinnen und Rechteinhaber willkürlich entscheiden, ob und zu welchen Bedingungen sie Bibliotheken E-Books zur Verfügung stellen«, beklagt die Partei Die Linke in einem Entwurfs eines Antrags an die Bundesregierung, durch eine Reform des Urheberrechts die Verleihbarkeit digitaler Medien in öffentlichen Bibliotheken sicherzustellen.

Dass mir als Autor von der Linken Willkür vorgeworfen wird, wenn ich selbst über die Verbreitung meiner Bücher entscheiden möchte, beweist leider, dass manche in dieser Partei zwar gerne einen Reformsozialismus oder Demokratischen Sozialismus propagieren, tatsächlich aber das Gegenteil meinen und auf diese Weise die Ideen des Sozialismus weiter diskreditieren.

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»Da müssen wir uns entscheiden: Wollen wir kein DRM, dürfen wir Wiederverkauf nicht zulassen«

Wer E-Books kauft und sie aus dem Internet herunterlädt, darf diese nicht weiterverkaufen. Zu dieser Entscheidung ist jedenfalls das Hanseatische Oberlandesgerichts in einer Entscheidung vom 24. März 2015 gekommen, die jetzt veröffentlicht wurde.

Für den Börsenverein des deutschen Buchhandels und die Verlage ist das erwartungsgemäß ein Grund zum Jubeln. Ganz anders sehen es verständlicherweise viele Käufer und Leser von E-Books. Als Leser möchten sie möglichst billig an neue Lektüre kommen, als Käufer ihre E-Books genauso wie gedruckte Bücher später möglichst gewinnbringend wieder verkaufen können.

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Basler Erklärung der Autorinnen und Autoren begnügt sich mit allgemeinen Forderungen

»Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr«, lautet eine alte Volksweisheit. Man mag zu ihr stehen, wie man will, aber ein Körnchen Wahrheit enthält sie zweifellos. Zumindest hätte den Unterzeichnern der »Basler Erklärung der Autorinnen und Autoren« etwas weniger Bescheidenheit gut angestanden.

Den 1. Internationalen Fairlag-Kongress am 14. November 2013 in Basel haben sechs Autorenverbände aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich zum Anlass genommen, länderübergreifend in den folgenden acht Punkten zusammenarbeiten zu wollen:

  • Stärkung des Urheberrechts als Grundbedingung des künstlerischen Schaffens
  • Für eine faire und gerechte Vergütung literarischer Arbeit
  • Gegen Gratismentalität im Internet
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Wenn ich endlich straffrei klauen darf, senke ich meine Preise – versprochen!

Ich glaube, ich kann meine Preise für das Korrekturlesen und Lektorieren von Texten sowie das Layouten und Setzen von Büchern bald drastisch senken. Die Petition »Stoppt das Massenabmahnwesen im Urheberrecht« könnte es möglich machen.

Okay, nicht diese Petition, aber die von den Petenten getragene Idee, dass jeder Diebstahl erst im Wiederholungsfall bestraft werden soll: »Erst im Wiederholungsfall darf der Verletzte [sic!] Urheber/Rechteinhaber bzw. Rechteverwerter kostenpflichtig diesen Rechtsverstoß geltend machen.«

Warum sollte dieser Grundsatz nicht auch für andere Diebstähle gelten dürfen? Als Berliner käme mir das sehr zupass. Ich weiß zwar nicht, wie viele Einzelhandelsgeschäfte es in Berlin gibt, aber einige Tausend dürften es sein. Und notfalls ließe sich auch noch auf das Umland ausweichen.

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Piratin und Buchautorin Julia Schramm empfiehlt anderen Autoren Wasser und genießt selbst Wein

Fast 170 Jahre sind vergangen, seitdem Heinrich Heine in seinem Versepos »Deutschland. Ein Wintermärchen« jene Herren (und Damen) anprangerte, die Wasser predigen, aber selbst Wein trinken. Längst ist es zu einem geflügelten Spruch geworden, hat sich sein Wahrheitsgehalt seitdem doch unzählige Male bewiesen. Auch heute belieben viele Menschen noch, anderen Wasser zu empfehlen, während sie selbst Wein bevorzugen.

Zu ihnen gehört auch Julia Schramm. Seit 2009 Mitglied der Piratenpartei, deren Direktkandidatin im Wahlkreis Bonn II zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010, bis 2011 Mitglied des Kreisvorstandes Bonn, seit 2012 Beisitzerin im Bundesvorstand. Bis vor kurzem fand sie die »Idee des geistigen Eigentums« noch »bizarr«. Da Künstler »außerhalb der Gesellschaft« stünden, sollten sie nicht »nur Geld verdienen wollen« und sich über das Urheberrecht »subventionieren« lassen.

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