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Martin Amstutz’ »Wochenblätter« in der Galerie Eremitage

Auf den ersten Blick könnte man denken, es handele sich tatsächlich um die Titelseiten einer Zeitung. Immerhin prangt auf ihnen in großen Lettern gedruckt »Wochenblatt«. Tritt man näher, liest man Nummern wie 103, 124, 135, 166, 234, 276, 311, 471, 585 oder 655, die auf eine traditionsreiche Wochenzeitung hindeuten. Selbst ein ausführliches Impressum fehlt nicht.

Eines allerdings lässt einen bald stutzig zu werden: Für eine Zeitung sehen viele Titelseiten viel zu experimentell aus. Da gibt es nicht nur Schlagzeilen, Berichte und kurze Meldungen, sondern mitten über den Text ist beispielsweise fett »13 Stühle«, »Rudovous – Käptn Rotbart reitet wieder«, »13. Februar folgt grüner Katze zum Glück« oder »Plan P läuft« gedruckt. Oft sind die Aufdrucke auch in anderen Sprachen: tschechisch, russisch, englisch.

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Ausstellung beweist: Dada ist zwar 100, aber noch lange nicht tot

Für wohl keine andere Kunstrichtung kann der Beginn so genau datiert werden wie für Dada: Der Kalender zeigte Samstag, den 5. Februar 1916, als Hugo Ball und Emmy Hennings in der Spiegelgasse 1 in Zürich das Cabaret Voltaire eröffneten und damit zugleich den Dadaismus ins Leben riefen.

Dieses Jubiläum, dachte der Verleger und Handpressendrucker Marc Berger, sollte gefeiert werden: durch den »Widerdruck«-Kalender 2016. Seit bald zwanzig Jahren stellt ein kleiner Kreis von Handpressendruckern jährlich 12 bis 13 Blätter zu einem Kalender zusammen, der in kleiner Liebhaberausgabe von Hand gedruckt wird. »Dada ist 100« stieß bei den Beteiligten allerdings auf so begeisterte Resonanz, dass bald die Idee entstand, die Kalenderblätter zur Grundlage einer Ausstellung mit breiterer Beteiligung zu machen.

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Die typographische Gestaltung eines Buches hört nicht mit dem Buchblock auf

»Das Cover ist das Aushängeschild meines Buches.« Welche Autorin und welcher Autor würde dies wohl ernsthaft bestreiten wollen? Ich habe bislang jedenfalls nur Autorinnen und Autoren kennengelernt, die von sich sagen, dass sie dem Cover große Aufmerksamkeit schenken würden.

Gerade deshalb überrascht es mich immer wieder, wie oft zwischen dem mit größter Sorgfalt erstellten Buchblock und dem Cover eine Diskrepanz besteht. Da wird im Buchblock auf einen sauberen Blocksatz mit Silbentrennung, auf typographische Anführungszeichen oder Guillemets, auf korrekte Gedankenstriche und Erstzeileneinzug geachtet, doch auf dem Cover?

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Die schwierige Suche nach der richtigen Schrift

Zu den beliebtesten Fragen von Selfpublishing-Autorinnen und -Autoren in den verschiedensten Foren und Gruppen gehört die nach der Schrift. »Welche Schrift sollte ich für meinen Roman verwenden? Gibt es Schriften, die Standard sind?«

So einfach sich diese Fragen anhören, so schwer oder genauer gesagt unbefriedigend sind sie zu beantworten. Allerdings gibt es eine Wahl, mit der man fast nie verkehrt liegt: die Garamond. Tatsächlich gibt es zwar nicht die Garamond, sondern vielmehr viele Interpretationen der von Claude Garamond in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts geschnittenen Schrift. In 11,5 oder 12 pt gesetzt, lässt sich die Garamond auf alle Fälle gut lesen.

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Hörenswertes Radiofeature im Deutschlandradio Kultur über Schrift und Buchgestaltung

»Das Auge liest mit – Über Schrift und Schriften« war ein sehr hörenswertes Radiofeature überschrieben, das Deutschlandradio Kultur am 27. Dezember 2014 ausstrahlte und derzeit noch auf der Website des Senders nachzuhören ist.

Judith Schalansky, die 2007 bis 2009 an der Fachhochschule Potsdam typographische Grundlagen unterrichtete und ihre Bücher selbst gestaltet, Friedrich Forssman, der unter anderem das typographisch anspruchsvolle Spätwerk von Arno Schmidt gestaltete und besonders mit der Gestaltung von »Zettel’s Traum« Aufsehen erregte, sowie Erik Spiekermann, der als Honorarprofessor an der Hochschule für Künste Bremen lehrt und für seine Schrift- und Designgestaltung vielfach ausgezeichnet wurde, gehen in dem Feature der Frage nach, was Schrift eigentlich ist und wie sie funktioniert.

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