Schlagwort-Archive: Selfpublishing

Mit dem Selfpublishing sollte alles anders werden – Konservatismus war damit jedoch nicht gemeint

Vielleicht trauere ich einfach nur zu sehr den Illusionen der ersten Stunde nach. Was wurde Mitte der 1990er Jahre gejubelt, als mit dem aufkommenden Digitaldruck ganz neue Veröffentlichungsmöglichkeiten entstanden. Endlich konnte jeder nicht nur schreiben, sondern auch veröffentlichen. Niemand musste sich mehr den Profitinteressen der Verlage unterordnen. Ganz viel Neues, noch nie Dagewesenes sollte entstehen.

Und heute? Wo sind all die vielen kreativen Neuschöpfungen? Vielleicht sehe ich immer nur die anderen Titel und nie die noch nie dagewesenen. Repräsentativ ist mein Überblick sicherlich nicht und sehr subjektiv zweifellos auch meine Wahrnehmung. Doch zahlreiche Gespräche mit Autorinnen und Autoren lassen für mich keine Zweifel aufkommen: Die Selfpublisher-Szene ist eher noch konservativer als die Verlagsszene.

Veröffentlicht unter Selfpublishing | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert

Etwas ganz Neues und Einzigartiges, noch nie Dagewesenes wollten sie erschaffen

Manchmal ärgere ich mich, fast nichts aus der Anfangszeit des Book on Demand archiviert zu haben. Immerhin kann ich mich noch gut entsinnen, wie damals angehende Autorinnen und Autoren jubelten, endlich nicht mehr von Verlagen abhängig zu sein, sondern ganz Neues und Einzigartiges, noch nie Dagewesenes veröffentlichen zu können.

Seitdem warte ich. Vielleicht suche ich nur nicht richtig, vielleicht kenne ich die falschen Menschen, bin in den verkehrten Foren und Gruppen, aber dieses Einzigartige, noch nie Dagewesene habe ich bis heute nicht entdecken können. Stattdessen finde ich die 87362. Romanze, den 103634. Thriller, die 91946. Erotik-Schmonzette. Die Leseproben offenbaren die Austauschbarkeit der Inhalte, erschrecken mit einem mittleren Erzählton, künden von der Abwesenheit jeglichen typographischen Gestaltungswillens.

Veröffentlicht unter Literatur, Selfpublishing | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert

Wissen, Erfahrung, Können? Die ersetzt mein neues Computerprogramm!

Mit diesem Programm »können Privatanwender, Unternehmen und Bildungseinrichtungen professionelle Ergebnisse erzielen – unabhängig von Vorkenntnissen und Erfahrung«. Wissen, Erfahrung, Können? Wollte man den Werbesprüchen mancher Software-Hersteller und -Händler Glauben schenken, wären sie völlig überflüssig. Wer nur auf das richtige Computerprogramm zurückgreife, wird den potentiellen Kunden suggeriert, könne auf sie problemlos verzichten.

Wer wundert sich angesichts dieser Werbesprüche noch über die Flut allein schon technisch miserabler Veröffentlichungen von Selfpublishing-Autoren? Die Versprechungen sind einfach zu verlockend, um nicht allzu gerne geglaubt zu werden.

Veröffentlicht unter Selfpublishing | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert

Romane brauchen einen Prolog und Epilog – oder nicht?

Ein Roman braucht einen Prolog und Epilog – meinen zumindest viele Selfpublishing-Autorinnen und -Autoren. Tatsächlich finden sich aus ihren Reihen nur wenige Romane, die nicht mit einem Prolog beginnen. Sehr viel weniger beliebt ist bei ihnen dagegen der Epilog.

Aber brauchen Romane wirklich einen Prolog und eventuell auch einen Epilog? Was denken bekannte Schriftstellerinnen und Schriftsteller darüber und wie handhaben sie es?

Um einer Antwort näherzukommen, greife ich wahllos in den Bücherschrank und schaue mir zwei Dutzend Romane genauer an.

Veröffentlicht unter Literatur, Selfpublishing | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert

Ein seltsamer Hassfeldzug gegen non-konforme Independent-Autorinnen und -Autoren

Den Initiatoren von Qindie, dem neuen Qualitätssiegel für Independent-Literatur, scheint wirklich ein Stich ins Wespennest gelungen zu sein. Anders lässt sich der Hassfeldzug verschiedener Selfpublishing-Autorinnen und -Autoren jedenfalls nicht erklären, mit dem sie nicht nur gegen das Projekt insgesamt, sondern zunehmend auch gegen einzelne Initiatoren hetzen.

Ach, Sie als Leserin oder Leser dieses Blogs kennen Qindie nicht? Das kann nicht sein. Immerhin ist Qindie nach den Worten dieser Hüter des freien Autorentums »der Versuch einer kleinen Gruppe Autoren, sich selbst als die Herren über Leser und Indies zu erheben«. Sorgenvoll fragen sie sich deshalb, was aus den Autorinnen und Autoren werde, die sich »nicht der Allmacht von Leuten wie Susanne Gerdom oder Stefanie Maucher unterordnen wollen«.

Veröffentlicht unter Selfpublishing | Verschlagwortet mit , | 8 Kommentare