Schlagwort-Archive: Schriftsteller

Eine Hommage an Erich Mühsam zum 82. Jahrestag seiner Ermordung durch die SS

Vor 82 Jahren, am 10. Juli 1934, wurde der Schriftsteller, Publizist und Antimilitarist Erich Mühsam von der SS-Wachmannschaft des KZ Oranienburg bestialisch ermordet. Diesen Jahrestag nahm die Anwohner*inneninitiative »Hufeisern gegen rechts« zum Anlass, zu einer »Hommage an Erich Mühsam« in der Berliner Hufeisensiedlung einzuladen.

Veranstaltung zu Erich Mühsam
Der Singende Tresen auf der Ehrung von Errich Mühsam in der Hufeisensiedlung
Foto: Heinz W. Pahlke

1919 vom Münchner Standgericht als Mitglied des Zentralrats der Münchener Räterepublik zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt und 1924 im Zuge einer Generalamnestie freigelassen, war Mühsam seiner aus München vertriebenen Frau Zenzl nach Berlin gefolgt. 1927 bezogen sie schließlich eine Wohnung in der von Bruno Taut konzipierten und kurz zuvor fertiggestellten Hufeisensiedlung im Berliner Ortsteil Britz.

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Günther Bachs »Wirrwahr« über triviale Zeiten und verpasste Chancen

Nein, bei dem Titel »Wirrwahr« handelt es sich keineswegs um einen Druckfehler. Günther Bach hat für seinen zweiten Lyrikband ganz bewusst die beiden Antagonismen »wirr« und »wahr« zu dem scheinbaren Paradoxon »Wirrwahr« verknüpft. Tatsächlich präsentiert er zugleich Wirres und Wahres, die im Gegensatz zu seinem ersten Gedichtband »Toter Briefkasten« in ungereimter Form daherkommen. Er selbst nennt sie deshalb auch nicht Gedichte, sondern Minimalprosa. Daneben findet sich in dem Band auch eine kleine Auswahl an Kurzgeschichten.

Auch diese Gedichte – um solche handelt es sich trotz seiner Bescheidenheit – zeichnen sich wieder durch eine leichte Melancholie und teilweise auch verhaltene Trauer aus. Es ist unverkennbar: Günther Bach fühlt sich in eine »Triviale Zeit« hineingewachsen, und diese Zeit ist nicht seine Zeit.

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Martin A. Völker lässt seine Gedichte und Kurzprosa wie Wespen zustechen

Selbst die größten Literaturenthusiasten schaffen es nicht, auch nur einen Bruchteil der Lesungen in Berlin wahrzunehmen. Wer beachtet werden möchte und (noch) über keinen zugkräftigen Namen verfügt, muss sich deshalb etwas einfallen lassen. Mit einer besonders gelungenen Idee macht seit Langem der kleine, in der Hauptstadt ansässige Aphaia-Verlag von sich reden: den Mitlesebüchern.

Am 15. April 2015 hatte er wieder eingeladen, diesmal zu einer »Trost Hawaii – Dichtung und Klarheit« überschriebenen Lesung mit Gedichten und Kurzprosa von Martin A. Völker. Musikalisch begleitet wurde er von der Sängerin und Gitarristin Jana Berwig. Alle Texte, die der Berliner Schriftsteller, Kulturwissenschaftler und Herausgeber vortrug, lagen in einem Mitlesebuch zum, wie es das Wort bereits sagt, Mitlesen bereit.

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Erasmus Schöfers Romantetralogie »Die Kinder des Sisyfos« jetzt auch in einer Hörbuchfassung

Da hatte der ehemalige Leiter des Kölner Literaturhauses Thomas Böhm in der Tat eine geniale Idee, als er vorschlug, Erasmus Schöfer solle seine Romantetralogie »Die Kinder des Sisyfos« für den Dittrich-Verlag einlesen. Die Aufgabe, vor der sich Schöfer gestellt sah, kann allerdings nur als gigantisch bezeichnet werden, zählt seine Romantetralogie doch fast 2100 Seiten und feiert er in diesem Jahr bereits seinen 84. Geburtstag.

Das Ergebnis kann sich jedoch hören lassen. Am 26. Januar 2015 wurde das erste Kapitel online gestellt und seitdem folgt nahezu täglich ein weiteres. Obwohl ich sonst kein großer Freund von Lesungen bin, Schöfer höre ich gerne zu. Er hat eine ausgesprochen angenehme Art, vorzulesen.

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Lesung in der Galerie Elvy Lütgen präsentierte mit Max Dreyers »Hunger« ein literarisches Kleinod

So gerne und viel ich lese, so ungern und selten gehe ich zu Lesungen. Doch die Vorstellung von Max Dreyers literarischer Skizze »Hunger« in der Galerie Elvy Lütgen lockte mich allzu sehr – und ich habe es nicht bereut.

Dreyer, 1862 geboren, gehörte in den zwanziger und dreißiger Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Theaterschriftstellern. Seine unkritische Haltung gegenüber den Nationalsozialisten und sein Umschwenken auf seichte Unterhaltungsliteratur haben ihn nach seinem Tod 1946 bald in Vergessenheit geraten lassen. Zu seinen besten Arbeiten gehört die Skizze »Hunger«, die der Kulturwissenschaftler und Herausgeber Martin A. Völker am 24. Oktober 2014 vorstellte.

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