Schlagwort-Archive: Rechtschreibreform

Ein Paukenschlag: Das große ß wird offiziell

Das kommt einem Paukenschlag gleich: Das große ß soll schon bald auch ganz offiziell verwendet werden dürfen. In seinem am 8. Dezember 2016 veröffentlichten 3. Bericht schlägt der Rat für deutsche Rechtschreibung der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder der BRD vor, das Versal-ß offiziell als Ergänzung zum kleinen ß einzuführen.

In durchgängig großgeschriebenen Wörtern muss ein Eszett bislang noch durch ein großes Doppel-S ersetzt werden. „Diese Regelung“, räumt der Rat für Rechtschreibung jetzt ein, habe sich jedoch „an zwei Stellen als nicht mit dem Schreibgebrauch im Einklang befindlich herausgestellt: im Gebrauch der Behörden und in Bereichen, in denen Schreibung mit Großbuchstaben weit verbreitet ist, wie insbesondere in der Werbung.“

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Der Duden: eine nicht ganz ernst gemeinte – oder vielleicht doch? – Buchempfehlung für Autorinnen und Autoren

Wer kennt nicht die Karikatur: Heiligabend, der Weihnachtsmann hat dem Sprössling das Geschenk überreicht. »Ein Duden?« – »Ich habe dein Facebook-Profile gesehen …« Mag dies noch als lustig durchgehen, das, was manche Menschen abliefern, die sich Autorin oder Autor nennen, ist es nicht mehr. Für sie schreibe ich meine heutige Buchempfehlung.

Es gibt nicht viele deutschsprachige Bücher, die mehr Auflagen erlebt haben als der Duden. Der 1880 vom Bibliographischen Institut Leipzig noch unter dem Titel »Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache« veröffentlichten ersten Auflage folgten bis heute 25 weitere Auflagen.

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Die Rechtschreibreform ist an allem schuld

Wenn es die Rechtschreibreform von 1996 mit ihren zahlreichen Änderungen 2004 und 2006 nicht gegeben hätte, man müsste sie glatt erfinden, so praktisch scheint sie für manche Autorinnen und Autoren zu sein.

Muss es »sie« oder »Sie« heißen, »das« oder »dass«, »Paket« oder »Packet«, »viele« oder »fiele«, »günstig« oder »günstich«, »Interesse« oder »Interresse«, »seid« oder »seit«? Vor der Rechtschreibreform sei das alles viel einfacher gewesen, aber mit ihr hätten sie den Durchblick verloren. Alles sei viel komplizierter geworden, »niemand« wisse mehr, was wie geschrieben werden müsse.

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Aus München wird Munchen und Köln heißt bald Koln

Aus München würde Munchen und Köln hieße zukünftig Koln, wenn in Deutschland nachgeahmt würde, was in Dänemark viele Gemüter erhitzt. Århus, die zweitgrößte Stadt des Landes, schreibt sich seit Anfang dieses Jahres wieder Aarhus. Wieder, weil das Kringel-A erst mit der dänischen Rechtschreibreform von 1948 eingeführt wurde.

Als Hauptargument führen die Befürworter des doppelten A an, dass das A mit dem Kreis im Ausland für Probleme sorge. Viele wüssten nicht, wie sie den Buchstaben aussprechen und vor allem wie sie ihn auf Computertastaturen schreiben sollten, denn auf Tastaturen außerhalb Skandinaviens finde sich fast nie das Å.

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