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Die Regisseurin und Autorin Annelie Thorndike ist tot

Das erste Mal begegnete mir der Name Annelie Thorndike in den sechziger Jahren als Drehbuchautorin und Regisseurin des zweiteiligen Dokumentarfilms »Das russische Wunder«, der die Geschichte Russlands vom Kaiserreich bis zur Sowjetunion erzählte. Oder genauer gesagt: ihr Name begegnete mir gemeinsam mit dem ihres Ehemannes Andrew Thorndike, der wie sie und weitere Filmschaffende als Regisseur und Drehbuchautor beteiligt war.

Auch wenn »Das russische Wunder« von Pathos strotzte, überzeugte der Film nicht nur mich, sondern mehr als 150 Millionen Menschen in aller Welt. An diese Eindrücke konnte der von Annelie und Andrew Thorndike verfasste Dokumentarband »Das russische Wunder« mit Bildern, Geschichten und Dokumenten zur Geschichte Russlands und der Sowjetunion nur eingeschränkt heranreichen, auch wenn er in der DDR in mehreren Auflagen erschien und wie schon der Film in verschiedene Sprachen übersetzt wurde. Beide waren vor allem Filmemacher, weniger Autoren.

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Sarkowicz’ und Mentzers Lexikon »Schriftsteller im Nationalsozialismus« in einer Neuauflage erschienen

Eine Rezension über eine Rezension schreiben? Eigentlich halte ich davon überhaupt nichts. Aber jede Regel, sei sie auch noch so gut begründet, kann und muss der Mensch mal brechen. »Lexikon und Gedächtnis. Am 10. Mai 1933 brannten Bücher« ist eine der Rezensionen, die ich nicht unkommentiert lassen möchte.

In 22 deutschen Hochschulstädten verbrannten die Nazis am Abend des 10. Mai 1933 die Bücher von über 300 Schriftstellern, darunter die Werke von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Heinrich und Klaus Mann, Erich Maria Remarque, Heinrich Heine, Frank Wedekind, Carl Zuckmayer, Bertolt Brecht, Irmgard Keun, Egon Erwin Kisch, Joachim Ringelnatz und Lion Feuchtwanger. Weitere Bücherverbrennungen folgten in den kommenden Wochen noch in mehr als 60 Städten.

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Mit der Verbrennung ihrer Bücher verbrannte vielfach auch die Erinnerung an ihre Autoren

Wer kennt heute noch Autoren wie Jakob Wassermann, Alexander Moritz Frey, Claire und Ivan Goll, Maria Leitner oder Armin T. Wegner? Und selbst Max Brod und Ernst Toller dürften den Wenigsten noch ein Begriff sein. Ihre Werke wurden von den Nazis verbrannt, sie selbst mussten aus Deutschland flüchten.

Ihnen und Anna Seghers, Irmgard Keun, Alfred Döblin, Klaus Mann, Heinrich Mann, Oskar Maria Graf, Joachim Ringelnatz, Egon Erwin Kisch, B. Traven, Erich Maria Remarque, Kurt Tucholsky, Stefan Zweig und Joseph Roth ist die Ausstellung »Verbrannte Bücher – Von den Nazis verfemte Schriftsteller« gewidmet, die noch bis Ende 2012 in Berlin im Ausstellungspavillon am Denkmal für die ermordeten Juden Europas zu sehen ist.

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Von der belgisch-deutschen Grenze nach Sibirien und zurück

Auch in ihrem zweiten Roman, »Fräulein Engel«, entführt Maryanne Becker die Leser in ihre ostbelgische Heimat. Doch diesmal geht die Reise weiter – bis nach Sibirien.

Vor 40 Jahren hat die Psychoanalytikern Thresje zum letzten Mal ihre Heimat gesehen. Jetzt bringt ein Seminar für ehemalige Kriegskinder sie zurück. Nie hat bislang jemand versucht, ihnen bei der Aufarbeitung der lange zurückliegenden Kriegs- und Nachkriegserlebnisse zu helfen. Doch was für Thresje eine Routineveranstaltung werden soll, bringt sie bereits an der Hotelrezeption aus dem Gleichgewicht.

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