Schlagwort-Archive: Literatur

Mehr Literatursendungen im Radio als gedacht

Literatur im Radio? Gibt es natürlich, aber nur selten. So meine bisherige Überzeugung. Doch die Wirklichkeit sieht viel erfreulicher aus. Der freie Journalist, Buchautor und Blogger Jens Brehl hat recherchiert: Alleine im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es mindestens 86 Sendungen, die sich dem Thema Bücher widmen.

Die Spannbreite reicht von Buchvorstellungen und Autorenportraits über Lesungen und Festivals bis zu Verleger- und Kritikergesprächen. Es geht um ganz allgemein Belletristik, um Krimis, Reiseführer, Kinder- und Jugendbücher, Lyrik, um Sachbücher, um Bücher von deutschsprachigen und fremdsprachigen Autorinnen und Autoren, um Hörbücher und manchmal auch E-Books.

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Christian Adam über die Neuordnung der Bücherwelt in Ost und West nach 1945

Seitdem 2010 seine Untersuchung »Lesen unter Hitler. Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich« erschienen ist, gilt der Literaturwissenschaftler Christian Adam als Fachmann für eine neue, ungewohnte Betrachtungsweise des nationalsozialistischen Literaturbetriebes. Auf einer Diskussionsveranstaltung am 22. März 2016 im Literaturforum im Brecht-Haus stellte er nun seine neueste Untersuchung vor: »Der Traum vom Jahre Null. Die Neuordnung der Bücherwelt in Ost und West nach 1945«.

Für Adam bestehen keine Zweifel, dass »wir« 1945 nicht bei null begonnen haben. Das konnte alleine schon deshalb nicht der Fall sein, weil die Menschen die gleichen geblieben waren. So wenig wie sich ihr Weltbild alleine durch die Befreiung – oder, wie wohl eine Mehrheit formulierte, die Niederlage – änderte, änderten sich auch ihre Lesegewohnheiten.

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Ist die Forderung nach mehr politisch präziser Literatur tatsächlich überflüssig?

Wenn es gerade das Feuilleton der großbürgerlichen FAZ ist, das sich seit Längerem wundert, wie wenig sich in der derzeitigen bundesdeutschen Belletristik aktuelle welt- und innenpolitische Fragen widerspiegeln, darf dies sicherlich hinterfragt werden. Vorschnelle Antworten wie auch jüngst wieder in der Jungen Welt sollten aber trotzdem vermieden werden.

Als Nils Minkmar in der FAZ Ende September 2014 fragte: »Wo sind die etablierten, preisgekrönten deutschen Autorinnen und Autoren, die die offenen Fragen der jüngsten westdeutschen Vergangenheit so komprimiert formulieren könnten? Die sich überhaupt für Zeitgeschichte interessieren und den Stoff kunstgerecht aufbereiten könnten?«, verkündete Thomas Wagner in der Jungen Welt postwendend: »Die von Ihnen sehnlichst herbeigewünschte politisch präzise Literatur gibt es schon.«

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Mehrheiten entscheiden über die »besten« Bücher – oder über die beliebtesten?

Gehören E. L. James’ »Shades of Grey«, Charlotte Roches »Feuchtgebiete«, Hera Linds »Ein Mann für jede Tonart« oder Diana Gabaldons Highland-Saga, um nur einige Buchtitel beispielhaft zu nennen, tatsächlich zu den »besten« Büchern, nur weil sie von weit überdurchschnittlich vielen Menschen gelesen und für sehr lesenswert befunden werden?

Wenn man Aufrufe wie Lovelybooks zum »Leserpreis – Die besten Bücher 2013« liest, könnte man auf diese Idee kommen. Immerhin finden die 35 am häufigsten nominierten Buchtitel den Weg in die Endrunde, aus der dann das beste Buch gekürt wird. Sowohl in der Vor- als auch in der Endrunde entscheidet die Mehrheit.

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Ehinger Bibliothek sammelt ungarische Literatur in deutscher Sprache

Ungarische Literatur in deutscher Sprache fristet in den hiesigen Buchhandlungen ein Schattendasein. Lediglich Imre Kertész, der 2002 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wurde, dürfte einem größeren Publikum bekannt sein, ebenso Sándor Márai.

Mit den Namen György Konrád, mehrere Jahre Präsident der berlin-brandenburgischen Akademie der Künste, und Péter Esterházy werden dagegen bereits nur noch die wenigsten Literaturinteressierten etwas anfangen können. Noch schlechter steht es mit den Namen Sándor Petőfi, János Arany, Mór Jókai, Endre Ady und Attila József, deren Schaffen vor allem ehemalige DDR-Bürger kennen dürften.

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