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Warum die Buchhändler nicht schuld an der fehlenden Buchhandelspräsenz der Selfpublisher sind

Es gab einmal eine Zeit, in der die Schriftsteller aus ihrem Elfenturm drängten. Doch das liegt lange zurück. Längst ist der Rückzug vollzogen und drängen ihnen die Selfpublisher mit Vehemenz in den elfenbeinernen Turm nach.

Das betrifft keineswegs nur die literarischen Inhalte vieler Bücher, sondern genauso die Wahrnehmung der Welt durch viele Autorinnen und Autoren. Fast schon unisono klagen sie über ein Desinteresse der Buchhändler an unbekannten Autorinnen und Autoren und ein nachlassendes Leseinteresse der Bevölkerung.

Das Gute an diesem einfachen Weltbild ist, dass immer andere Schuld am ausbleibenden Erfolg der eigenen Werke haben. Bloß – wem hilft es?

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Was ist wichtiger: E-Books zu lesen oder überhaupt zu lesen?

Wie kann man es als eine »schöne Nachricht« bezeichnen, wenn inzwischen jeder zehnte Deutsche E-Books liest und sich die Akzeptanz elektronischer Bücher spürbar erhöht hat, wie es dieser Tage ein Ebook-Verlag tat?

Für mich wäre eine schöne Nachricht, wenn überhaupt mehr gelesen und vor allem mehr Bücher gelesen würden. Ob es sich dann um gedruckte oder digitale Bücher handelt, erscheint mir doch eher unerheblich.

Dass Autoren, Verlage und Distributoren, die vom Geschäft mit E-Books leben, dies anders sehen, ist verständlich. Aber warum sagen sie nicht ganz offen, dass es eine schöne Nachricht für ihr Geschäft ist? Warum verschanzen sie sich hinter einer Verallgemeinerung, die ihr persönliches Interesse zum Interesse aller macht?

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Ein Drittel der Grundschüler zeigt gravierende Lese- und Rechtschreibschwächen

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Lese- und Schreibkompetenz bundesdeutscher Grundschüler ist bescheiden. Wirklich überraschen kann die Anfang Oktober 2012 vorgelegte erste Ländervergleichsstudie des Instituts zur Qualitätssicherung im Bildungswesen allerdings nicht. Überrascht hätte nur ein gegenteiliges Ergebnis.

Nur rund zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufe konnte das Institut bescheinigen, dass sowohl ihre Lesefähigkeiten als auch ihre orthographischen Kenntnisse dem Regelstandard entsprachen oder ihn übertrafen.

Rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler verfehlten dagegen den Regelstandard im Lesen, wobei ein Drittel dieser Schülerinnen und Schüler nicht einmal den Mindeststandard erreichten. Zu den Schlusslichtern gehört Berlin, wo fast jeder zweite Grundschüler über eine mangelhafte oder gar ungenügende Lesekompetenz verfügt, während es in Bayern nur jeder vierte ist.

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Warum ich nur Fünf-Sterne-Rezensionen schreibe …

Mir gefalle wohl jedes Buch, meinte dieser Tage ein Autor zu mir. Im ersten Moment war meine Verblüffung groß, aber seine Erklärung stimmte mich dann doch nachdenklich. Fast immer liefen meine Buchvorstellungen hier im Sprachrand-Blog oder im Buchentdeckungen-Blog auf eine uneingeschränkte Empfehlung hinaus und auf Amazon fänden sich von mir sogar ausschließlich Fünf-Sterne-Rezensionen.

Die Erklärung für diese überwiegend sehr positiven Bewertungen ist allerdings ganz einfach: Mir ist meine Zeit für andere Bücher inzwischen viel zu schade. Bücher, die mich nicht ansprechen, die mich langweilen oder gar abstoßen, lege ich auf den Stapel ungelesener Bücher zurück. Manchmal nehme ich sie einige Zeit später noch einmal zur Hand, aber meistens bleiben sie dort liegen, bis sie irgendwann ihren Besitzer wechseln.

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Egal ob gedruckte Bücher oder Ebooks: sie wollen vor allem gelesen werden

Auch wenn Michail Gorbatschow der legendäre Satz »Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben« nur in den Mund gelegt wurde, an seiner Richtigkeit lässt sich nur schwer zweifeln. Einst auf die große Politik gemünzt, gilt er doch viel umfassender. Das müssen derzeit auch Teile der Buchbranche erkennen.

Verlage und Buchhandel stehen vor tiefgreifenden Umwälzungen. Wohin der Weg geht, lässt sich bislang nur ahnen. Dass die zunehmende Digitalisierung nicht ohne Folgen bleiben wird, ist jedoch nicht mehr zu übersehen. Die Umverteilungskämpfe haben längst begonnen. Wo bis vor kurzem noch ein Heer von Lektoren, Korrektoren, Buchgestaltern, Grafikdesignern, Druckern, Buchbindern, Vertrieblern, Lageristen und Auslieferungsfahrern die Bücher unter das Volk brachten, werden heute immer häufiger nur noch wenige IT-Fachleute, Designer, Lektoren und Korrektoren gebraucht.

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