Schlagwort-Archive: Kleinverlage

Ein fragwürdiger Verlagsvergleich soll unbedarfte Autorinnen und Autoren ködern

Wo soll ich veröffentlichen? Welche angehenden Autorinnen und Autoren stellen sich diese Frage nicht. Da kommt die Übersicht »Verschiedene Verlagsarten im Vergleich« der Website verlagsvergleich.org gerade recht – zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen allerdings entpuppt sich das Angebot indes als geschickte Werbung eines bekannten Druckkostenzuschussverlages.

Ein genauerer Blick auf die Vergleichsübersicht lässt allerdings schon Übles ahnen. In ihr wird unterschieden zwischen klassischen Verlagen, Zuschussverlagen, Kleinverlagen, On-Demand-Dienstleistern, Eigenverlagen und – jetzt wird es spannend – Value Added Publishing.

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Auf dem Poesiefestival Berlin zeigte die Lyrik einmal wieder ihre Lebenskraft

Wie sehr unterschiedliche Örtlichkeiten eine Veranstaltung prägen können, davon legte der Lyrikmarkt des Poesiefestivals Berlin 2012 unübersehbar Zeugnis ab. Veranstaltet wurde es wie das Berliner Lyrikfest »Dichter dran«, über das ich im vergangenen Jahr hier und hier berichtete, von der Literaturwerkstatt Berlin. Fand das Lyrikfest in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg statt, wurde der Lyrikmarkt vor der Akademie der Künste im Tiergarten veranstaltet.

Statt des sehr gemischten Publikums in Prenzlauer Berg dominierte in Tiergarten eindeutig das Bildungsbürgertum. Das allerdings war sehr zahlreich erschienen. Poetry Slam, Spontandichtung und Amateur-Schriftsteller passten da natürlich nicht hin. Das Publikum hörte den vortragenden Autorinnen und Autoren zweifellos gespannt zu, aber so richtig wollte der Funke nur selten überspringen, mochten sich die Vortragenden wie Nora Gomringer oder Elke Erb auch noch so mühen.

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Anthologien verhelfen nur wenigen Autoren zum Durchbruch

Spaßeshalber habe ich dieser Tage mal in einigen Buchhandlungen nach Anthologien gestöbert. Bei vielen Kleinst- und Kleinverlagen erfreuen sie sich seit langem ungebrochener Beliebtheit. Kaum wurde eine Anthologie veröffentlicht, schon folgt die nächste. Fast immer werden die Autoren über Ausschreibungen gesucht und meistens auch in großer Zahl gefunden.

Das Ergebnis meines Stöberns hat mich – ehrlich gesagt – nicht überrascht. Stünde nicht Ostern vor der Tür, wäre ich wohl kaum fündig geworden. Die großen Verlage haben sich längst von den Anthologien verabschiedet. Nur in der Zeit vor Ostern und vor Weihnachten lässt sich mit für diese Tage passenden Sammelbänden noch Geschäft machen. Zu anderen Themen mag sich kaum noch ein Buchhändler mit Anthologien bevorraten, so schwer verkäuflich sind sie seit langem geworden.

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Oft totgesagt, aber lebendig wie eh und je: die Lyrik (2)

Das Berliner Lyrikfest »Dichter dran« bot mit dem Lyrikmarkt, wie im ersten Teil meines Berichts bereits angesprochen, eine erstklassige Gelegenheit, sich über das Lyrikangebot der Verlage zu informieren. Wer schon mal versucht hat, sich im Buchladen einen Überblick über die zeitgenössische Dichtkunst zu verschaffen, weiß, dass sowohl Verlage als auch Buchhändler der Lyrik kaum noch eine Chance geben.

Es sind vor allem kleine Verlage wie Wallstein, Wunderhorn, Hans Schiler, Rugerup, Poetenladen, Berliner Handpresse, Poesiealbum/Märkischer Verlag, J. Frank, luxbooks, Hochroth oder Kookbooks, die der Lyrik die Stange halten – und nur selten den Weg in die Buchhandlungen finden. So bot es sich einfach an, das Lyrikfest zu nutzen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

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Oft totgesagt, aber lebendig wie eh und je: die Lyrik (1)

Die Lyrik lebt. Auch wenn Schriftsteller und Verlage unisono klagen, dass sich Gedichtbände kaum noch verkaufen lassen, auf dem Berliner Lyrikfest »Dichter dran« bewies die Lyrik eine erstaunliche Zugkraft. Vor allem die auszugsweise Lesung des Großen Berlin-Gedichts lockte zahlreiche Zuhörer an.

Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens hatte die Literaturwerkstatt Berlin die Hauptstädter zu einem »poetischen Flanieren durch die Bezirke« aufgerufen. Zur Umsetzung wurden in allen zwölf Bezirken Schreibwerkstätten gebildet, die von erfahrenen Lyrikern geleitet wurden. Insgesamt 75 Berlinerinnen und Berliner beteiligten sich mit eigenen Versen, aus denen in den Schreibwerkstätten schließlich das Berlin-Gedicht entstand.

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