Schlagwort-Archive: Judenverfolgung

Regina Scheer auf der Suche nach Spuren des jüdischen Kinderheims Ahawah in der Berliner Auguststraße

Die Fenster im Erdgeschoss sind zugeklebt, von der Toreinfahrt bröckelt der Putz und ab dem ersten Stock ist die Fassade mit einem Netz zugehangen. Der Verfall ist nicht zu übersehen. Dabei ist es kein Haus wie viele andere. Eine Gedenktafel verkündet vielmehr, dass sich hier einst das jüdische Kinderheim Ahawah befand, bevor die Nazis es zu einem Sammellager für zur Deportation vorgesehene alte und kranke jüdische Menschen bestimmten.

Dass die Geschichte dieses Hauses dem Vergessen entrissen wurde, ist vor allem der Schriftstellerin Regina Scheer zu verdanken. Über Jahrzehnte hat sie Spuren gesucht und Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen zusammengetragen. Die Ergebnisse hat sie schließlich in dem Buch »AHAWAH. Das vergessene Haus: Spurensuche in der Berliner Auguststraße« zusammengefasst.

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Die meisten der den Juden geraubten Bücher stehen noch immer unentdeckt in den öffentlichen Bibliotheken

Es ist nur eine kleine Ausstellung, die im einstigen Repräsentantensaal der von den Nazis zerstörten Neuen Synagoge in der Berliner Oranienburger Straße den Spuren von Büchern nachgeht, die verfolgten und ermordeten Juden geraubt und den öffentlichen Bibliotheken einverleibt wurden.

Mit den 1998 verabschiedeten Washingtoner Grundsätzen über den Umgang mit während der NS-Diktatur entzogenem Eigentum und der 1999 abgegebenen Erklärung der Bundesregierung, der Bundesländer und der kommunalen Spitzenverbände über das Auffinden und die Rückgabe entzogenen Kulturgutes hat sich die Situation zwar verbessert, rechtlich verbindlich sind jedoch weder diese Erklärung noch die Washingtoner Grundsätze. Nicht die Institutionen, die sich die Bücher einverleibt haben, müssen aktiv werden, sondern die Überlebenden der NS-Diktatur und deren Nachfahren.

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Edith Devries erzählt über eine jüdische Familie und die unbewältigte Vergangenheit in Deutschland

Vor langer Zeit habe ich im sehr lesenswerten Blog von Nele Tabler gelesen: »Wäre ich nicht direkt mit der Nase darauf gestoßen worden, hätte ich ›Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich da‹ sicher nicht gekauft.« Mir erging es nicht anders.

Ich weiß nicht, wieviele Bücher ich zum Thema NS-Diktatur, Verfolgung und Widerstand in den vergangenen Jahrzehnten gelesen habe. Es waren sehr viele. Und jetzt noch ein Buch zu diesem Thema?

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