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Geschickt gegendert: Wenn aus Komponisten kompositionstätige Personen werden

Gut gemeint ist nicht immer auch gut gemacht. Das trifft auch auf das Genderwörterbuch »Geschickt Gendern« zu. Dabei ist die Idee keineswegs schlecht. Oder im Gegenteil: Sie ist sogar hervorragend. Die Umsetzung allerdings … An ihr hapert es leider sehr. Neben vielen guten Formulierungsvorschlägen wimmelt es an Vorschlägen, die in Beamtenstuben ausgeheckt worden sein könnten.

Zu ersteren gehören Vorschläge wie, »[D]er ein oder andere« durch »die eine oder der andere« zu ersetzen, »Alkoholiker« durch »Alkoholsüchtige«, »Benutzerordnung« durch »Benutzungsordnung«, »Brüderlichkeit« durch »Mitmenschlichkeit; Solidarität«, »Fußgängerstreifen« durch »Zebrastreifen«, »Referenten« durch »Referierende; Vortragende«, »Studenten« durch »Studierende«, »Vertragspartner« durch »Vertragsparteien« oder »Zuhörer« durch »Publikum; Auditorium«. Gegen sie ist wenig einzuwenden.

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Über »weibliche Bandleaderinnen« und gedankenloses Gendern

Was sind »weibliche Bandleaderinnen«? Ich kann mir eine Bandleaderin oder einen Bandleader vorstellen, notfalls auch einen weiblichen oder männlichen Bandleader, wenn auf das generische Maskulinum zurückgegriffen wird. Aber eine »weibliche Bandleaderin«?

In einer Rückschau auf das Jazzfest Berlin 2016 gelang dies jedoch dem RBB (Radio Berlin-Brandenburg), als Interviewerin und Interviewter ständig von »weiblichen Bandleaderinnen« sprachen. Der Anlass allerdings war erfreulich: Noch nie haben am Jazzfest Berlin so viele Bandleaderinnen wie in diesem Jahr teilgenommen. Bloß: Muss deshalb die Sprache auf der Strecke bleiben?

Zu Recht wird häufig die gedankenlose Verwendung des generischen Maskulinums kritisiert. Gedankenloses Gendern ist jedoch nicht besser.

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