Schlagwort-Archive: Gedichte

In Deutschland zu unrecht kaum bekannt: der chilenische Lyriker Gonzalo Rojas

Gonzalo Rojas gilt zwar als einer der bedeutendsten lateinamerikanischen Lyriker der Gegenwart, in Deutschland allerdings ist sein Namen bislang nahezu unbekannt. Dazu hat auch beigetragen, dass seine wenigen bisher ins Deutsche übersetzten Bücher bereits seit Jahren nur noch antiquarisch erhältlich sind. Doch mit der Anthologie »Atemübung« könnte sich das jetzt ändern.

Auf 240 Seiten versammelt der in der Edition Schwarzdruck erschienene Band, wie es im Untertitel heißt, »Gedichte aus sieben Jahrzehnten«. Die meisten sind für diesen Band erstmals übersetzt worden.

Veröffentlicht unter Autoren, Bücher | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert

Klein, aber fein: Heinz Marohns Gedichtband »Spring Quelle spring, mich dürstet«

Gerade einmal 64 Seiten zählt Heinz Marohns Gedichtband »Spring Quelle spring, mich dürstet«. Marohn war vor allem Historiker. Bekannt wurde er vor allem durch seine gemeinsam mit dem Historiker Eberhard Czichon veröffentlichten Sachbücher über die »DDR im Perestroika-Ausverkauf« und über den 1944 von den Nazis ermordeten KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann. Seine Gedichte erschienen erst postum 2017, zwei Jahre nach seinem Tod.

Viele Gedichte sind politisch. Es geht um den Nahen Osten, um den Frieden, der »kein Geschenk, weder des Himmels noch von Menschen« ist, sondern aus »aktivem Handeln« kommt, um die »Abermillionen Toten und Geschädigten aller Kriege«, um das Einmischen gegen Unrecht. Noch häufiger allerdings schreibt Marohn über die Liebe, eine Liebe »Hoffend auf Wiederkehr«, zwischen »Erwartungen« und »Enttäuschung«, so wie in seinem Gedicht »Mein Traum«:

Veröffentlicht unter Autoren, Bücher | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert

Jan Wagners Gedichte überraschen mit ungewöhnlichen Reimen und Bildern

Eigentlich wollte ich mir schon seit Längerem einmal das ORi im Berliner Stadtteil Neukölln ansehen. Und seit Längerem – oder genauer gesagt, seitdem er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten hat – wollte ich auch schon den Lyriker Jan Wagner erleben. Da passte es gleich doppelt, dass das ORi für den 31. März 2016 zu einer Lesung mit Wagner eingeladen hatte.

Um es gleich vorwegzunehmen: Es war ein wunderbarer, eindrucksvoller Abend. Im Mittelpunkt der Lesung stand Wagners neuester, 2015 wiederum bei Hanser erschienener Gedichtband »Selbstporträt mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001–2015«.

Veröffentlicht unter Autoren, Bücher | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert

Günther Bachs »Wirrwahr« über triviale Zeiten und verpasste Chancen

Nein, bei dem Titel »Wirrwahr« handelt es sich keineswegs um einen Druckfehler. Günther Bach hat für seinen zweiten Lyrikband ganz bewusst die beiden Antagonismen »wirr« und »wahr« zu dem scheinbaren Paradoxon »Wirrwahr« verknüpft. Tatsächlich präsentiert er zugleich Wirres und Wahres, die im Gegensatz zu seinem ersten Gedichtband »Toter Briefkasten« in ungereimter Form daherkommen. Er selbst nennt sie deshalb auch nicht Gedichte, sondern Minimalprosa. Daneben findet sich in dem Band auch eine kleine Auswahl an Kurzgeschichten.

Auch diese Gedichte – um solche handelt es sich trotz seiner Bescheidenheit – zeichnen sich wieder durch eine leichte Melancholie und teilweise auch verhaltene Trauer aus. Es ist unverkennbar: Günther Bach fühlt sich in eine »Triviale Zeit« hineingewachsen, und diese Zeit ist nicht seine Zeit.

Veröffentlicht unter Autoren, Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert

Martin A. Völker lässt seine Gedichte und Kurzprosa wie Wespen zustechen

Selbst die größten Literaturenthusiasten schaffen es nicht, auch nur einen Bruchteil der Lesungen in Berlin wahrzunehmen. Wer beachtet werden möchte und (noch) über keinen zugkräftigen Namen verfügt, muss sich deshalb etwas einfallen lassen. Mit einer besonders gelungenen Idee macht seit Langem der kleine, in der Hauptstadt ansässige Aphaia-Verlag von sich reden: den Mitlesebüchern.

Am 15. April 2015 hatte er wieder eingeladen, diesmal zu einer »Trost Hawaii – Dichtung und Klarheit« überschriebenen Lesung mit Gedichten und Kurzprosa von Martin A. Völker. Musikalisch begleitet wurde er von der Sängerin und Gitarristin Jana Berwig. Alle Texte, die der Berliner Schriftsteller, Kulturwissenschaftler und Herausgeber vortrug, lagen in einem Mitlesebuch zum, wie es das Wort bereits sagt, Mitlesen bereit.

Veröffentlicht unter Autoren, Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert