Schlagwort-Archive: Epub

Mit Formeln und Diagrammen tun sich E-Books noch immer schwer

Tagelang habe ich einst als Student und später als Autor in der Bibliothek gesessen und überlegt, welche Sätze und Absätze ich in der gerade im Entstehen begriffenen Arbeit vermutlich zitieren würde, um sie dann mühselig abzuschreiben. Und heute? Noch immer sitze ich mehr oder weniger regelmäßig in der Bibliothek, um mögliche Zitate herauszuschreiben – und das trotz des E-Book-Booms.

Würde ich nur aus belletristischen Werken zitieren, könnte ich hoffen, bequem per Copy and Paste kopieren zu können. Zumindest Werke, für die der Urheberschutz abgelaufen ist, liegen inzwischen häufig als nicht kopiergeschützte E-Books vor. Anders sieht es allerdings mit aktuelleren Werken aus, die es fast nur mit Kopierschutz gibt. Aber damit ließe sich leben, auch wenn die Abschreiberei nervig ist.

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Auch die Wissenschaften werden ihren Widerstand gegen Ebooks aufgeben müssen

Gerade lese ich wieder im Internet, dass Ebooks im Epub- und Kindle-Format nicht zitierfähig seien. Der Grund sei, dass sich das Seitenlayout dieser Ebooks flexibel an die Bildschirmgröße anpassten und die Leser zudem auch noch Schriftart und Schriftgröße selbst bestimmen könnten. Damit gebe es aber kein festes Seitenlayout mehr. Aussagen wie »siehe Seite 73« seien deshalb nicht mehr möglich.

Tatsächlich stellt das flexible Seitenlayout von Ebooks im Epub- und Kindle-Format derzeit Wissenschaftler, Sachbuchautoren und Fachverlage noch vor Probleme. Die Ursache sind aber nicht die fehlenden verbindlichen Seitenzahlen. Dass aus gedruckten Büchern grundsätzlich nur mit Seitenangaben zitiert wird, hat lediglich den ganz praktischen Grund, dass sich Zitate sonst nur mit ganz erheblichem Arbeitsaufwand überprüfen ließen.

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Das endgültige Ende von Mobipocket ist eingeleitet

Wirklich überraschend kam die Meldung nicht, dass Mobipocket sich aus dem Ebook-Geschäft zurückzieht und seinen Ebook-Shop schließt. Als die französische Mobipocket SA im Jahr 2000 an den Start ging, entwickelte sich ihr Mobipocket-Format schnell zu einem der führenden Ebook-Formate. Entsprechend rasant entwickelte sich ebenfalls das eigene Ebook-Angebot.

Doch anstatt auf die eigenen Kräfte zu vertrauen, wurde auf Amazon als starken Partner gesetzt und das Unternehmen Mobipocket 2005 an Amazon verkauft. Nur scheinbar ging es mit Mobipocket weiter aufwärts, tatsächlich setzte bald der Niedergang ein. Während das konkurrierende Epub-Format ständig weiterentwickelt wurde, tat sich beim sehr viel einfacher gehaltenen Mobipocket-Format nichts mehr. Dass es auf dem Ebook-Markt trotzdem immer noch eine große Rolle spielt, hat es nur Amazon zu verdanken, denn Amazon setzte bis vor kurzem auf das proprietäre Mobipocket-Format. Als einziger Ebook-Reader kann der Kindle keine Ebooks im Epub-Format anzeigen.

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Amazon setzt bei Ebooks mit KF8 auch zukünftig auf eigenes Dateiformat

Schade. Statt seine Entwicklungskapazitäten in die Weiterentwicklung des offenen Epub-Formates einzubringen, hat sich Amazon mit dem Kindle Format 8 (KF8) für die Entwicklung eines eigenen Ebook-Formats entschieden. Das einzige Positive an dieser Entscheidung ist, dass damit endlich das veraltete Mobi-Format zu Grabe getragen wird.

KF8 basiert wie das aktuelle Epub 3.0 auf HTML 5 und CSS 3. Damit können auch Ebooks für den Kindle endlich mit floatenden Elementen versehen werden und lassen sich auch in Kindle-Ebooks endlich Schriften einbetten. Zusammen mit zahlreichen weiteren Neuerungen erhalten Autoren und Verlage damit wesentlich bessere Möglichkeiten, ihre Ebooks für den Kindle zu gestalten.

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EU überlegt gesetzliche Reglementierung der Ebook-Formate

Fast könnte einem EU-Kommissarin Neelie Kroes leid tun: Tagtäglich im Büro zu sitzen und nicht zu wissen, wie sich die Zeit herumbringen lässt, kann nicht nur auf das Gemüt schlagen, sondern auch schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen. Welcher Mensch verträgt es schon, derart überflüssig zu sein.

Neelie Kroes jedenfalls nicht. Deshalb hat sie sich überlegt, dass die EU wieder einmal irgendwo regulierend eingreifen müsse. Und so verkündete sie auf der Frankfurter Buchmesse, dass »wir« darüber nachdenken müssten, regulierend in den Ebook-Markt einzugreifen. Konkret geht es ihr um die Ebook-Dateiformate. Egal bei welchem Anbieter ein Leser sein Ebook kaufe, es müsse auf jedem Anzeigegerät gelesen werden können, forderte sie.

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