Schlagwort-Archive: Dichter

Jan Wagners Gedichte überraschen mit ungewöhnlichen Reimen und Bildern

Eigentlich wollte ich mir schon seit Längerem einmal das ORi im Berliner Stadtteil Neukölln ansehen. Und seit Längerem – oder genauer gesagt, seitdem er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten hat – wollte ich auch schon den Lyriker Jan Wagner erleben. Da passte es gleich doppelt, dass das ORi für den 31. März 2016 zu einer Lesung mit Wagner eingeladen hatte.

Um es gleich vorwegzunehmen: Es war ein wunderbarer, eindrucksvoller Abend. Im Mittelpunkt der Lesung stand Wagners neuester, 2015 wiederum bei Hanser erschienener Gedichtband »Selbstporträt mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001–2015«.

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Erinnern an die Bücherverbrennung vor 80 Jahren reicht nicht

Die Verfolgung Hunderter Autorinnen und Autoren sowie die öffentliche Vernichtung ihrer Werke seien Teil eines Zivilisationsbruchs gewesen, der bis heute in Kultur und Wissenschaft nachwirke, resümierte Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert auf einer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung. Und er forderte, aus der Geschichte Lehren zu ziehen.

In 22 deutschen Hochschulstädten verbrannten die Nazis am Abend des 10. Mai 1933 die Bücher von über 300 Schriftstellern, darunter die Werke von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Heinrich und Klaus Mann, Erich Maria Remarque, Heinrich Heine, Frank Wedekind, Carl Zuckmayer, Bertolt Brecht, Irmgard Keun, Egon Erwin Kisch, Joachim Ringelnatz und Lion Feuchtwanger. Alleine in Berlin flogen unter dem frenetischen Beifall von 70.000 Zuschauern mehr als 20.000 Bücher von 94 Autoren in die Flammen. Weitere Bücherverbrennungen folgten in den kommenden Wochen noch in mehr als 60 Städten.

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Solidarität mit Pussy Riot … und was ist mit Mohammed al-Ajami und Abdelmoniem Raham?

Als das Erfurter Landgericht den »Kirchenstörer von Erfurt« zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilte, hätte dieser sich mit Sicherheit sehr über eine weltumspannende Solidaritätsbewegung gefreut. Ganze drei Minuten hatte die Störaktion gedauert, mit der Christian Arnold 2004 die Predigt des Thüringer Landesbischofs Christoph Kähler während des zentralen Festgottesdienstes zum Tag der deutschen Einheit unterbrach.

Von Verständnis für die Aktion oder gar Solidaritätsaufrufen für Arnold war damals nur wenig zu hören. Viel mehr zu hören war dagegen der Ruf nach einem härteren Durchgreifen gegen alle Kirchenstörer.

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Olympische Medaillen für Schriftsteller und Dichter

Als 1894 das Internationale Olympische Komitee gegründet wurde, hatte der Pädagoge und Historiker Pierre de Coubertin einen ersten Erfolg errungen. Doch er wollte nicht nur die Besten aus dem Sport in friedlichen Wettkämpfen zusammenführen, sondern auch Kunst und Sport zusammenbringen. 1912 konnte er seinen zweiten großen Erfolg verbuchen: Auch wenn sich nur 35 Künstler an den Wettbewerben beteiligten, war damit doch ein Anfang gemacht.

Vergeben wurden Gold-, Silber- und Bronzemedaillen in verschiedenen künstlerischen Disziplinen, die wiederholt wechselten, jedoch immer die Literatur, bildende Kunst, Musik und Baukunst umfassten. Im Folgenden sollen jedoch, diesem Blog entsprechend, ausschließlich die Medaillenvergabe in der Literatur betrachtet werden.

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Sarkowicz’ und Mentzers Lexikon »Schriftsteller im Nationalsozialismus« in einer Neuauflage erschienen

Eine Rezension über eine Rezension schreiben? Eigentlich halte ich davon überhaupt nichts. Aber jede Regel, sei sie auch noch so gut begründet, kann und muss der Mensch mal brechen. »Lexikon und Gedächtnis. Am 10. Mai 1933 brannten Bücher« ist eine der Rezensionen, die ich nicht unkommentiert lassen möchte.

In 22 deutschen Hochschulstädten verbrannten die Nazis am Abend des 10. Mai 1933 die Bücher von über 300 Schriftstellern, darunter die Werke von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Heinrich und Klaus Mann, Erich Maria Remarque, Heinrich Heine, Frank Wedekind, Carl Zuckmayer, Bertolt Brecht, Irmgard Keun, Egon Erwin Kisch, Joachim Ringelnatz und Lion Feuchtwanger. Weitere Bücherverbrennungen folgten in den kommenden Wochen noch in mehr als 60 Städten.

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