Schlagwort-Archive: Book on Demand

Über Autoren, die sich nicht »verbiegen« wollen

»Ich will gar keinen Verlag, denn dann muss ich mich nur verbiegen und erkenne mein Manuskript später nicht mehr wieder«, ist immer wieder von book on demand veröffentlichenden Autoren zu hören – und sie haben recht.

Man schaue sich nur diverse book on demand veröffentlichte Bücher an: Kommata scheinen mit der Streusandbüchse verteilt, die Erzählperspektive wechselt nach Belieben, es wimmelt von Rechtschreib- und Grammatikfehlern, der Erzählstil erinnert an bessere Schulaufsätze. Selbstverständlich wird in Romane mit einem Prolog eingestiegen, in dem mit der gleichen Selbstverständlichkeit massives Informationsdumping betrieben wird.

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Der neue Trend: die Zweitrezension

Endlich ist das Buch fertig. Der Versuch, einen Verlag zu finden, ist zeitraubend oder wurde von keinem Erfolg gekrönt. Was bleibt also anderes übrig, als es selbst über einen Book-on-Demand-Dienstleister zu veröffentlichen? Die einzige – und leider auch größte – Herausforderung, vor der die hoffnungsvolle Autorin oder der hoffnungsvolle Autor dann noch stehen, ist die Frage, wie das Buch unter das Volk gebracht werden kann.

Die Lösung scheint sehr nahe zu liegen: Das Buch muss bei Amazon mit möglichst vielen Fünf-Sterne-Bewertungen glänzen. Leider ist das alles andere als leicht. Erst einmal müssen Bücher gekauft und gelesen werden, damit vielleicht einmal jemand eine Rezension schreibt. Für eine unbekannte Autorin oder einen unbekannten Autor ist der Weg dahin allerdings weit.

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Wenn Autoren Kritiken für ihre Bücher selbst schreiben …

Für wie blöd halten eigentlich manche book on demand veröffentlichende Autoren ihre Leser? Gerade bin ich wieder auf eine Autorin gestoßen, die ihrem Buch durch Fünf-Sterne-Kritiken bei Amazon und Lobgesänge im Gästebuch ihrer Homepage zum Erfolg verhelfen möchte. Dumm ist nur, dass sie mit der Zeichensetzung auf Kriegsfuß steht – und folglich in allen Gästebucheinträgen und Kritiken die gleichen Fehler auftauchen.

Aber wie schrieben schon manche dieser Autoren in einem bekannten Autorenforum: Für 98 Prozent der Leser spiele das keine Rolle, weil sie viel zu dumm seien, um Rechtschreib-, Zeichensetzungs- oder Grammatikfehler zu bemerken. Da darf man dann eben auch mit unlauteren Mitteln werben, um Leser für sein Buch zu gewinnen. Dass damit anderen book on demand veröffentlichenden Autoren ein Bärendienst erwiesen wird, interessiert sie nicht.

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Statt des Zweitbuches ist manchmal erst einmal ein Erstbuch nötig

Lange Zeit habe ich bei allzu naiven Fragen über die Gestaltung von Büchern die Anschaffung eines Zweitbuchs vorgeschlagen. Doch je mehr Autoren ich kennenlerne, die ihre Bücher über Book-on-Demand-Dienstleister veröffentlichen, desto mehr überlege ich, ob ich nicht vielleicht doch erst einmal ein Erstbuch vorschlagen soll.

Wenn Autoren fragen, ob Bücher wirklich immer auf einer rechten Seite beginnen, ob sie tatsächlich meistens im Blocksatz gesetzt sind, ob sie wirklich als erste Seite einen Schmutztitel haben und nicht gleich mit der Titelseite beginnen, ob die ersten Buchseiten tatsächlich keine Seitenzahl tragen, kann ich jedenfalls nicht annehmen, dass diese Autoren nach dem Ende ihrer Schulzeit jemals wieder ein Buch in die Hand genommen und aufgeschlagen haben.

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Auch Autoren können mehr als dreist sein

Warum mir die Kundin von Anfang an nicht ganz koscher vorkam, vermag ich nicht zu sagen. Aber in 40 Jahren Berufserfahrung entwickelt man dafür ein Gefühl, wann man besser nicht allzu erpicht auf einen Auftrag sein sollte. Trotzdem war ich überrascht, als ich heute im Internet durch Zufall auf diese Kundin stieß.

Wortgewaltig beschwerte sie sich, dass der Book-on-Demand-Dienstleister, dem sie schließlich den Auftrag erteilt hatte, sich seine Leistungen bezahlen ließ. Für das Korrekturlesen ihres Manuskriptes, das Layouten des Buchblocks, das Gestalten des Bucheinbands, für Marketingaktivitäten und für ein halbes Dutzend Autorenexemplare habe sie weit über 2000 Euro bezahlen müssen.

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