Schlagwort-Archive: Book on Demand

Etwas ganz Neues und Einzigartiges, noch nie Dagewesenes wollten sie erschaffen

Manchmal ärgere ich mich, fast nichts aus der Anfangszeit des Book on Demand archiviert zu haben. Immerhin kann ich mich noch gut entsinnen, wie damals angehende Autorinnen und Autoren jubelten, endlich nicht mehr von Verlagen abhängig zu sein, sondern ganz Neues und Einzigartiges, noch nie Dagewesenes veröffentlichen zu können.

Seitdem warte ich. Vielleicht suche ich nur nicht richtig, vielleicht kenne ich die falschen Menschen, bin in den verkehrten Foren und Gruppen, aber dieses Einzigartige, noch nie Dagewesene habe ich bis heute nicht entdecken können. Stattdessen finde ich die 87362. Romanze, den 103634. Thriller, die 91946. Erotik-Schmonzette. Die Leseproben offenbaren die Austauschbarkeit der Inhalte, erschrecken mit einem mittleren Erzählton, künden von der Abwesenheit jeglichen typographischen Gestaltungswillens.

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Romane brauchen einen Prolog und Epilog – oder nicht?

Ein Roman braucht einen Prolog und Epilog – meinen zumindest viele Selfpublishing-Autorinnen und -Autoren. Tatsächlich finden sich aus ihren Reihen nur wenige Romane, die nicht mit einem Prolog beginnen. Sehr viel weniger beliebt ist bei ihnen dagegen der Epilog.

Aber brauchen Romane wirklich einen Prolog und eventuell auch einen Epilog? Was denken bekannte Schriftstellerinnen und Schriftsteller darüber und wie handhaben sie es?

Um einer Antwort näherzukommen, greife ich wahllos in den Bücherschrank und schaue mir zwei Dutzend Romane genauer an.

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Mit Qindie zu mehr Qualtität von selbst verlegten Büchern?

Dass Qindie, das neue Qualitätssiegel für Independent-Literatur, bei vielen book on demand veröffentlichenden Autorinnen und Autoren auf Gegenwind stoßen würde, dürfte seine Initiatoren kaum überrascht haben. Immerhin verfügen Nikola Hotel, Katelyn Faith, Susanne Gerdom, Ruprecht Frieling, Inka Loreen Minden, Birgit Kluger, Melanie Hinz, Stefanie Maucher und die meisten anderen über reiche Erfahrung im Geschäft mit der Literatur.

Bücher seien immer Geschmackssache und entzögen sich damit jeglicher Bewertung, sagen die einen Gegner, andere lehnen Bewertungen ab, weil sie die Leser beeinflussen könnten. Wieder Andere wollen lediglich Autoren dieses Recht absprechen und Bewertungen alleine den Lesern überlassen – jedenfalls solange sie keine negativen Bewertungen bei Amazon hinterlassen. Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik würden völlig überbewertet, sagen die einen, entscheidend sei alleine die Geschichte, assistieren andere. Leseproben seien völlig ausreichend, ist zu lesen, und dass der Markt schon alles selbst regeln werde.

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Die Selbstüberschätzung mancher book on demand veröffentlichender Autoren ist frappierend

Die Kühnheit mancher book on demand veröffentlichender Autoren ist schon frappierend. Heute stieß ich tatsächlich auf eine Buchvorstellung, in der die Autorin verkündet, ihr Werk sei sehr gut für den Deutschunterricht in der Schule geeignet und stelle »für jeden Schüler eine Bereicherung« dar, obwohl sie es schafft, in vier Sätzen zwei Zeichensetzungsfehler unterzubringen.

Ob die von ihr anvisierten Lehrkräfte allerdings die deutsche Sprache wirklich so wenig beherrschen, dass ihnen die Fehler entgehen? Ich denke – oder hoffe es – nicht. Die Selbstüberschätzung mancher Autoren ist jedenfalls erstaunlich.

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Ohne Verlage gibt es bald keine lesbaren Bücher mehr – oder doch?

Einfache Weltensichten mögen kurzfristig das Leben erleichtern, aber helfen sie einem, das Leben auch längerfristig erfolgreich zu meistern? Wer nicht nach rechts und nach links schaut, muss sich natürlich niemals die Frage stellen, ob sein Weg der einzig mögliche und damit auch richtige ist. Verlagsmenschen und Autoren bilden da keine Ausnahme.

Dass viele Verlage statt auf ein kreatives Nachdenken lieber auf ein stures ›Weiter so‹ setzen, ist hinlänglich bekannt, doch auch manche Autorinnen und Autoren sehen das Heil der Literatur eher im Beharren. So kommentierte erst dieser Tage die Schriftstellerin Sibylle Berg auf Twitter: »[U]nd wenn der letzte Verlag pleite ist werden wir erkennen, dass man Selfgepublishte Bücher selten mit Freude lesen kann«.

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