Schlagwort-Archive: Bibliotheken

Trotz PISA: An den Bibliotheken wird unverändert gespart

Es vergeht keine PISA-Studie, die nicht mangelnde Lesefähigkeiten vieler Jugendlicher bestätigt. Selbst das Bundesministerium für Bildung und Forschung musste bereits vor Jahren einräumen, dass deren Chancen im Berufsleben »deutlich herabgesetzt« sind. Zu den zentralen Orten, die zum Lesen anregen sollen, gehören nicht zuletzt die Bibliotheken. Doch statt sich um ihre ureigenste Aufgabe kümmern zu können, müssen sie seit Jahren vor allem um ihre eigene Existenzsicherung kämpfen.

Auch der im Oktober 2016 veröffentlichte Bericht zur Lage der Bibliotheken 2016/17 muss wieder ein düsteres Bild zeichnen. Jede vierte öffentliche Bibliothek ist danach von »Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen« betroffen. In der Praxis heißt das meistens, sie müssen mit noch weniger Geld auskommen. 17 Prozent der öffentlichen Bibliotheken bekommen weniger Zuschüsse und 12 Prozent müssen ihre Einnahmen erhöhen.

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Krieg und Bürgerkrieg vernichten Zehntausende wertvoller Bücher und Schriften

Erneut ist im von Krieg und Bürgerkrieg erschütterten Nahen Osten eine Bibliothek mit wertvollen historischen Büchern und Schriften zu einem erheblichen Teil vernichtet worden. Am 3. Januar 2013 zündeten unbekannte Täter in der libanesischen Hafenstadt Tripoli die Saeh-Bibliothek an. Zwei Drittel der rund 80.000 Bücher und Manuskripte sollen verbrannt sein.

Die schwersten Verluste hatten im April 2003 die Nationalbibliothek und das Nationalarchiv des Iraks in Bagdad erlitten, als Plünderer sie ausraubten und niederbrannten. Von den knapp 420.000 Büchern und Schriften, darunter über 4400 äußerst seltene Stücke, mussten rund 100.000 als verloren abgeschrieben werden. Der Bestand an historischen Fotografien und Karten ging sogar fast vollständig verloren.

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Lange Nacht der Bibliotheken lockte zu einer vielfältigen Erkundungstour

Wenn es sie nicht bereits gäbe, müsste man sie erfinden: die Lange Nacht der Bibliotheken in Berlin. Nach der Premiere vor zwei Jahren hatten 43 Bibliotheken, Archive und Sammlungen für den 24. Oktober 2013 zur zweiten langen Bibliotheksnacht eingeladen.

Gestaltet wurde das Programm sowohl von Landes-, Stadt- und Schulbibliotheken als auch Hochschul- und Fachbibliotheken. Während sich in den sozial eher schwachen Bezirken wenig tat, erfreuten die Bibliotheken in den eher bildungsbürgerlich geprägten Bezirken überwiegend mit einem sehr umfangreichen Angebot.

Mich hatte es in die Bibliothek des Archäologischen Zentrums und die benachbarte Staatsbibliothek gelockt.

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Keilschrifttafeln – ein über 5000 Jahre alter »Buchschatz«

Wenn von Bibliotheken die Rede ist, denken die meisten Menschen sofort an Bücher. Zumindest geht es mir so. Auch ohne auf wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse verweisen zu können, schließe ich hier einfach mal ganz dreist von mir auf andere. Die Lange Nacht der Bibliotheken, oder genauer gesagt die Archäologische Bibliothek des Archäologischen Zentrums Berlin, bot dagegen am 24. Oktober 2013 einen Einblick in einen ganz besonderen »Buchschatz«: eine Sammlung von bis zu 5300 Jahren alten Tontafeln, beschriftet in Keilschrift.

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Die meisten der den Juden geraubten Bücher stehen noch immer unentdeckt in den öffentlichen Bibliotheken

Es ist nur eine kleine Ausstellung, die im einstigen Repräsentantensaal der von den Nazis zerstörten Neuen Synagoge in der Berliner Oranienburger Straße den Spuren von Büchern nachgeht, die verfolgten und ermordeten Juden geraubt und den öffentlichen Bibliotheken einverleibt wurden.

Mit den 1998 verabschiedeten Washingtoner Grundsätzen über den Umgang mit während der NS-Diktatur entzogenem Eigentum und der 1999 abgegebenen Erklärung der Bundesregierung, der Bundesländer und der kommunalen Spitzenverbände über das Auffinden und die Rückgabe entzogenen Kulturgutes hat sich die Situation zwar verbessert, rechtlich verbindlich sind jedoch weder diese Erklärung noch die Washingtoner Grundsätze. Nicht die Institutionen, die sich die Bücher einverleibt haben, müssen aktiv werden, sondern die Überlebenden der NS-Diktatur und deren Nachfahren.

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