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Mit Werner Klemke wurde in Berlin endlich einer der international bedeutendsten Buchillustratoren geehrt

»Er war einer der berühmtesten Buchillustratoren der DDR von internationaler Bedeutung«, heißt es in leicht verschwurbelter Sprache auf der Gedenktafel am Haus Tassostraße 21 in Berlin-Weißensee. Die Ehre gilt Werner Klemke, der hier von 1954 bis zu seinem Tode 1994 gelebt hat. Am 12. März 2017 wäre er einhundert geworden.

Das erste Mal kam ich mit seinen Zeichnungen in Berührung, als mir meine Eltern Benno Pludras wunderbares Kinderbuch »Bootsmann auf der Scholle« schenkten. Natürlich wusste ich damals nicht, dass der Einband und die Illustrationen im Buchblock von Klemke stammten, doch hinterließen sie einen bleibenden Eindruck. Bis heute steht dieses Büchlein in meinem Bücherschrank. Leider irgendwann verloren gegangen ist dagegen Fred Rodrians Kinderbuch »Hirsch Heinrich« mit den nicht weniger eindrucksvollen Illustrationen Klemkes.

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Lebhaftes Treiben auf der erstmals veranstalteten Buch Berlin

Ich muss zugeben: Mit meiner Einschätzung, dass der am 15. und 16. November zum ersten Mal veranstalteten Buch Berlin 2014 kein Erfolg beschieden sein werde, habe ich verkehrt gelegen. Obwohl die Buchmesse in der zwar verkehrsmäßig gut zu erreichenden, aber letztlich doch ziemlich abseits gelegenen und bislang nicht als Ausstellungsort aufgefallenen Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) durchgeführt wurde, herrschte an beiden Tagen reger Besucherverkehr.

Obwohl die Gelben Seiten für Berlin allein schon unter dem Stichwort Buchverlage rund 200 Verlage aufführen und mit Aufbau, Hanser, Rowohlt, Ullstein, Suhrkamp, Galiani, Bebra, Cornelsen, Eulenspiegel, Matthes & Seitz, Ch. Links, Dietz, Nicolai, Rotbuch, Dittrich, Wagenbach, Verbrecher-Verlag auch einige der renommiertesten deutschen Verlage hier ansässig oder mit Tochterunternehmen vertreten sind, gelang es in der Vergangenheit nicht, in Berlin dauerhaft eine Buchmesse zu installieren.

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Eine Ausstellung erinnert an Franz Kafka in Steglitz

»Der österreichische Dichter Franz Kafka […] wohnte in diesem Hause vom 15. November 1923 bis zum 1. Februar 1924« ist es ein wenig mühsam auf der steinernen Tafel zu lesen, die an der Fassade des Hauses Grunewaldstraße 13 in Berlin-Steglitz hängt. Davor hatte er seit dem 24. September 1923, ebenfalls in Steglitz, in der damaligen Miquelstraße 8 gewohnt. Dieses Haus wurde allerdings im zweiten Weltkrieg zerstört und die Straße trägt bereits seit 1929 den Namen Muthesiusstraße.

Die gut vier Monate, die Franz Kafka in Steglitz lebte und arbeitete, hat das Steglitz-Museum zum Anlass für eine kleine Ausstellung »Kafka in Steglitz« genommen. Im Vordergrund stehen allerdings die sehr eindrucksvollen Lithografien des Berliner Grafikers Carl Otto Bartning.

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Lesenswert: Matthias Gerschwitz’ Biographie über eine der ältesten Berliner Kneipen

Die Gaststätte »Wilhelm Hoeck« in Charlottenburg ist eine Legende. Selbst in einige Berlin-Reiseführer hat es eine der ältesten erhaltenen Berliner Kneipen geschafft. Nur für ein eigenes Buch hat es erstaunlicherweise lange Zeit nicht gereicht. Mit »Molle und Medaille. Wilhelm Hoeck 1892: Eine Alt-Berliner Kneipe zwischen Zille und Olympia« hat der Wahlberliner Matthias Gerschwitz es nun vorgelegt.

Locker und humorvoll, zugleich aber auch fundiert und detailreich erzählt er die Geschichte dieser Alt-Berliner Kneipe von 1892 bis heute. Natürlich geht es dabei ganz viel um Bier, Schnaps und Likör, aber ebenso um Familienfehden und Erbstreitigkeiten, die jeder Fernsehserie Ehre machen würden. Dazu gehört genauso auch Horst Hoeck, der 1932 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles im Vierer mit Steuermann saß und eine Goldmedaille gewann. Die Urkunde kann noch heute in der Kneipe bewundert werden.

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Teilerfolg für die Kurt-Tucholsky-Bibliothek: Aussonderung von Tausenden Büchern ausgesetzt

Der Protest zahlreicher Leserinnen und Leser gegen die angeordnete Aussonderung von Tausenden Büchern aus der Kurt-Tucholsky-Bibliothek im Berliner Stadtbezirk Pankow hat zu einem ersten Teilerfolg geführt: Die Aussonderung ist von CDU-Bezirksstadtrat Torsten Kühne erst einmal ausgesetzt worden. In den nächsten Wochen soll nun zwischen dem Trägerverein der Bibliothek und dem Bezirk nach einer Lösung des Problems gesucht werden.

Hätte das Amts für Kultur darauf bestanden, dass die ehrenamtlich geführte Bibliothek wie alle öffentlichen Bibliotheken jedes Jahr 15 Prozent ihrer alten Bücher aussortieren muss, um Platz für neue Bücher zu schaffen, wäre ihr Ende absehbar gewesen. Im Gegensatz zu den anderen Bibliotheken erhält sie nur öffentliche Mittel für die jährliche Anschaffung von rund 500 Büchern – bei rund 3600 allein in diesem Jahr auszusondern Büchern.

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