Schlagwort-Archive: Belarus

Literaturnobelpreis an Swetlana Alexijewitsch für »guten Journalismus« und Annäherung an den Westen

Kaum hatte die Schwedische Akademie die Verleihung des Literaturnobelpreises 2015 an Swetlana Alexijewitsch bekanntgegeben, schon gratulierte ihr der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko. Voll des Lobes zeigte sich ebenfalls das belorussische Außenministerium, das ihre Auszeichnung als einen »Meilenstein der Herausbildung der belorussischen Nation und ihres souveränen Staates« feierte.

Dass Alexijewitsch nie ein Parteigänger von Lukaschenko war, sondern sich noch zu Sowjetzeiten der westlich orientierten Opposition anschloss, scheint für das gegenwärtige Regime kein Problem zu sein. Umgekehrt hat es ihr aber ganz offensichtlich auch nicht bei der belorussischen Opposition und im antirussischen Westen geschadet, dass sie in Russisch schreibt, weil sie die belorussische Sprache für »bäurisch und literarisch unreif« hält, wie sie gegenüber der FAZ geäußert haben soll.

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Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus auf der Leipziger Buchmesse

»tranzyt. Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus« heißt ein Programmschwerpunkt zur diesjährigen Leipziger Buchmesse. Sind schon die zeitgenössischen Schriftsteller aus Polen in Deutschland nur wenigen Literatur-Enthusiasten bekannt, trifft das für die Ukraine und Belarus noch viel mehr zu.

Doch auf der Messe besteht nun eine gute Gelegenheit, dem abzuhelfen und Autorinnen und Autoren wie Swetlana Alexijewitsch, Volha Hapejeva, Artur Klinau, Zmicer Vishniou oder Andrej Chadanowitsch aus Belarus, Oksana Sabuschko, Elena Zaslawskaja, Jurko Prochasko und Natalka Sniadanko aus der Ukraine oder Robert Traba, Justyna Bargielska, Andrzej Stasiuk, Małgorzata Buchalik, Joanna Bator und Monika Sznajderman aus Polen kennenzulernen.

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literabel.de – ein Tor zur unbekannten belarussischen Literatur

Dass in Belarus, vielen auch als Belorussland oder Weißrussland bekannt, eine »ganz, ganz schlimme Diktatur« herrscht, weiß in Deutschland fast jeder. Doch darüber hinaus weiß fast keiner etwas. Umso erfreulicher ist es, dass mit literabel.de seit kurzem ein Portal existiert, das mit belarussischer Literatur bekanntmacht.

Im Vordergrund steht bei literabel.de die Gegenwartsliteratur. Der Verweis auf »unverbrauchte belarussische Stimmen« ist allerdings ein übler Missgriff, den die Betreiber der Website schnellstens korrigieren sollten. Oder wollen sie sich wirklich dem Vorwurf aussetzen, eine Ex-und-Hopp-Kultur zu propagieren?

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Kein Platz mehr für Wassil Bykau?

In Deutschland seien Wassil Bykaus Bücher »vor allem in der DDR verlegt« worden, heißt es mit vornehmer Zurückhaltung auf Zeit Online. Tatsächlich zeigte sich in der Bundesrepublik keiner der vielen Verlage, die sonst begeistert Kriegstagebücher und -romane veröffentlichten, an den Novellen und Romanen des weißrussischen Schriftstellers interessiert.

Nur der für seine DKP-Nähe gescholtene Pahl-Rugenstein-Verlag veröffentlichte im Westen Deutschlands einen Großteil seines Werkes. 1990 erschien im einstigen DDR-Verlag Volk und Welt noch die bereits zu DDR-Zeiten vorbereitete Auflage der Novelle »Im Nebel«. 1998 wagte sich der Aufbau Taschenbuch Verlag schließlich mit »Treibjagd« an die einzige echte gesamtdeutsche Ausgabe einer Bykau‘schen Novelle.

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