Nach mehr als 100 Jahren ist das Versal-ß endlich offiziell anerkannt

Endlich gibt es das große Eszett auch offiziell. Nachdem die Kultusminister der deutschen Länder und die Zuständigen in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Bozen-Südtirol und Belgiens dem Vorschlag des Rats für deutsche Rechtschreibung zugestimmt haben, darf das Versal-Eszett jetzt auch offiziell anstelle des bisher allein zulässigen Doppel-S verwendet werden.

Dabei ist die Idee des Versal-ẞ schon weit über hundert Jahre alt. Doch der Weg zur offiziellen Anerkennung war lang und steinig.

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Parasitenpresse als Verlag junger Lyrikerinnen und Lyriker

Gegründet ist ein Literaturverlag schnell, doch ihn erfolgreich am Markt zu halten, gelingt nur wenigen Jungverlegern. Zu letzteren gehören Adrian Kasnitz und Wassiliki Knithaki mit ihrer 2000 in Köln gegründeten und immer noch dort ansässigen Parasitenpresse.

Gut 70 Titel sind bislang erschienen. Die meisten entfallen auf die Lyrikreihe, einer Heftreihe von 14 Seiten Umfang, die von Hand zusammengelegt und klammergeheftet werden. Manche starten mit einer Auflage von 50 Exemplaren und kommen kaum darüber hinaus, andere wiederum erreichen im Laufe der Zeit eine Gesamtauflage von einigen Hundert Exemplaren. Dazu kommen immer wieder Bücher, wobei auch hier die Lyrik dominiert.

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Widad Nabi und Sjón als Entdeckungen auf dem Berliner Lyrikmarkt

Dieses Jahr waren es vor allem zwei Namen, die dem Lyrikmarkt am letzten Juniwochenende in der Akademie der Künste in Berlin für mich ihren Stempel aufdrückten: die in Kobanê geborene und vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohene Widad Nabi und der Isländer Sjón. Fasziniert Widad Nabi vor allem durch eine geschickte Verflechtung von Alltagsbeobachtungen mit weltpolitischen Betrachtungen, beeindruckt Sjón besonders durch eine ungewöhnliche poetische Sprache.

Leider war die den einzelnen Vortragenden zur Verfügung stehende Zeit äußerst knapp bemessen. Sehr viel mehr konnte man von Sjón eine knappe Woche vorher auf einer Lesung zusammen mit dem Norweger Øyvind Rimbereid im Felleshus der Nordischen Botschaften hören. Das Naheliegendste, einfach in den nächsten Buchladen zu gehen, bringt dagegen wenig.

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In Deutschland zu unrecht kaum bekannt: der chilenische Lyriker Gonzalo Rojas

Gonzalo Rojas gilt zwar als einer der bedeutendsten lateinamerikanischen Lyriker der Gegenwart, in Deutschland allerdings ist sein Namen bislang nahezu unbekannt. Dazu hat auch beigetragen, dass seine wenigen bisher ins Deutsche übersetzten Bücher bereits seit Jahren nur noch antiquarisch erhältlich sind. Doch mit der Anthologie »Atemübung« könnte sich das jetzt ändern.

Auf 240 Seiten versammelt der in der Edition Schwarzdruck erschienene Band, wie es im Untertitel heißt, »Gedichte aus sieben Jahrzehnten«. Die meisten sind für diesen Band erstmals übersetzt worden.

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Erstmals in Deutschland zu sehen: die Künstlerbücher der Purgatory Pie Press aus New York

In den USA gehören Dikko Faust und Esther Smith mit ihrer Purgatory Pie Press längst zu den bedeutendsten Schöpfern von Künstlerbüchern, in Deutschland sind sie dagegen bislang nahezu unbekannt. Eine Ausstellung in der Galerie Eremitage in Gransee bei Berlin bietet jetzt zum ersten Mal die Gelegenheit, ihr künstlerisches Schaffen kennenzulernen.

Dikko Faust und Esther Smith waren Marc Berger bereits 1995 bei einem New-York-Besuch aufgefallen, als es ihn in der amerikanischen Metropole in eine Buchkunstausstellung verschlug. Aus den vielen technisch und künstlerisch eher unbefriedigenden Werken stachen die Arbeiten der Purgatory Pie Press wie ein Lichtpunkt heraus. Der 40. Jahrestag der Gründung der Purgatory Pie Press bot jetzt eine gute Gelegenheit, sie endlich nach Deutschland zu holen.

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