Im »Kleinen Lexikon des Buchwesens und der Einbandkunde« geschmökert

Wissen Sie, was eine Abbreviatur ist? Eine Ausgabe letzter Hand? Was unter Brotschrift zu verstehen ist? Unter Pressendrucke? Was sich hinter einem Privatdruck verbirgt? Was eine Marginalie ist und was eine Annotation? Nein? Das »Buchwörterbuch«, auf das ich dieser Tage bei Recherchen für ein neues Projekt gestoßen bin, verrät es.

Um es gleich vorweg zu nehmen, auch ich habe aus den inzwischen auf 216 Stichworte angewachsenem »Kleinen Lexikon des Buchwesens und der Einbandkunde« noch viel Neues entnommen. Und das, obwohl ich mich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftige.

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Ausstellung bringt Leben und Schaffen von Klaus und Erika Mann näher

»›Es ist also ein Mädchen.‹ Hommage an Erika und Klaus Mann« heißt eine Ausstellung des Schwulen Museums in Berlin. Dass eine Ausstellung über die beiden Geschwister nicht möglich ist, ohne ausführlich auch auf ihren Vater Thomas Mann einzugehen, versteht sich von selbst. Das Besondere ist jedoch, dass der Blick meistens von den Kindern ausgeht.

Das Zitat »Es ist also ein Mädchen« ist einem Brief ihres homosexuellen Vaters an seinen Bruder Heinrich entnommen. »Ich empfinde einen Sohn als poesievoller, mehr als Fortsetzung und Wiederbeginn meinerselbst unter neuen Bedingungen«, schrieb er ihm. Tatsächlich waren es jedoch gerade die beiden Ältesten Erika und Klaus sowie die jüngste Tochter Elisabeth, die er »mit seltsamer Entschiedenheit bevorzuge«, wie Thomas später bekannte.

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Saphia Azzeddine lässt ihren Helden in »Mein Vater ist Putzfrau« nach Worten und Frauen suchen

Eines muss ich Saphia Azzeddine bescheinigen: Ihren Roman »Mein Vater ist Putzfrau« zu lesen, bereitet viel Vergnügen. Im Mittelpunkt steht der vierzehnjährige Paul, genannt Polo. Er lebt in einer der Pariser Banlieues, ist weiß, hässlich und arm. Seine Mutter sitzt im Rollstuhl, die Schwester hangelt sich durch die Betten und träumt von einer Karriere als Schönheitskönigin und sein Vater verdingt sich als Reinigungskraft, um der Familie ein leidliches Auskommen zu sichern.

Nach der Schule greift Paul ihm oft unter die Arme. Er poliert, putzt, scheuert und saugt Staub, damit »wir früher nach Hause kommen. Und auch, weil er mein Vater ist«.

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Erstmals veröffentlicht: Clara Zetkins Briefe gegen den Krieg und die Burgfriedenpolitik der SPD

Sie stritt für den Frieden und gegen den ersten Weltkrieg, für die Gleichberechtigung der Frau und initiierte den internationalen Frauentag: Clara Zetkin. Doch ihr Werk ist kaum erschlossen. In der DDR erschienen 1955 eine einbändige und ab 1957 eine dreibändige Auswahl von Reden und Schriften und ebenfalls 1957 eine ausführliche Biographie. In der BRD interessierte sie dagegen kaum jemanden. Die Briefe blieben allerdings auch in der DDR weitgehend unbeachtet. Umso erfreulicher ist es, dass mit »Die Kriegsbriefe« jetzt der erste Band ihrer sehr umfangreichen Korrespondenz veröffentlicht worden ist.

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Für sprachliche Schön- und Feinheiten ist in der »Leichten Sprache« kein Platz

So wie blinde Menschen ein Recht auf darauf hätten, dass ihnen Texte und überhaupt schriftliche Informationen akustisch oder in Blindenschrift zugänglich gemacht werden, oder gehörlose Menschen, dass ihnen Gebärdendolmetscher die Kommunikation mit hörenden Menschen ermögliche, fordert das Netzwerk Leichte Sprache seit Langem, müsse auch lernbehinderten Menschen die sprachliche Teilhabe an der Gesellschaft erleichtert werden.

Vor allem für diesen Personenkreis wurde deshalb die sogenannte »Leichte Sprache« entwickelt. Darüber hinaus könnten auch andere Bevölkerungsgruppen von der Leichten Sprache profitieren – behaupten jedenfalls viele ihrer Befürworter. Politische Nachrichten, wissenschaftliche Veröffentlichungen, Steuerfragebögen und vieles mehr würde für die Allgemeinheit verständlicher, führen sie als Argument an.

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