Archiv der Kategorie: Typographie

Die schwierige Suche nach der richtigen Schrift

Zu den beliebtesten Fragen von Selfpublishing-Autorinnen und -Autoren in den verschiedensten Foren und Gruppen gehört die nach der Schrift. »Welche Schrift sollte ich für meinen Roman verwenden? Gibt es Schriften, die Standard sind?«

So einfach sich diese Fragen anhören, so schwer oder genauer gesagt unbefriedigend sind sie zu beantworten. Allerdings gibt es eine Wahl, mit der man fast nie verkehrt liegt: die Garamond. Tatsächlich gibt es zwar nicht die Garamond, sondern vielmehr viele Interpretationen der von Claude Garamond in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts geschnittenen Schrift. In 11,5 oder 12 pt gesetzt, lässt sich die Garamond auf alle Fälle gut lesen.

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Hörenswertes Radiofeature im Deutschlandradio Kultur über Schrift und Buchgestaltung

»Das Auge liest mit – Über Schrift und Schriften« war ein sehr hörenswertes Radiofeature überschrieben, das Deutschlandradio Kultur am 27. Dezember 2014 ausstrahlte und derzeit noch auf der Website des Senders nachzuhören ist.

Judith Schalansky, die 2007 bis 2009 an der Fachhochschule Potsdam typographische Grundlagen unterrichtete und ihre Bücher selbst gestaltet, Friedrich Forssman, der unter anderem das typographisch anspruchsvolle Spätwerk von Arno Schmidt gestaltete und besonders mit der Gestaltung von »Zettel’s Traum« Aufsehen erregte, sowie Erik Spiekermann, der als Honorarprofessor an der Hochschule für Künste Bremen lehrt und für seine Schrift- und Designgestaltung vielfach ausgezeichnet wurde, gehen in dem Feature der Frage nach, was Schrift eigentlich ist und wie sie funktioniert.

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Das Dilemma mit der Silbentrennung

Silbentrennung? Pfui Deibel, scheinen sich manche ihre Bücher selbst veröffentlichenden Autorinnen und Autoren zu sagen. Sie schalten deshalb die Silbentrennung konsequent gleich ganz aus. Dass dadurch eventuell riesige Löcher in den Text gerissen werden, stört sie wenig, verringern sie damit doch die Zahl der potentiellen Fehler. Jede unterbliebene Silbentrennung ist schließlich ein möglicher Fehler weniger.

Andere lehnen die Silbentrennung nicht ganz so rigoros ab. Lediglich Namen von Menschen und Orten wollen sie nicht trennen, weil das ihrer Meinung nach sehr leseunfreundlich ist. Dafür nehmen sie dann auch sehr unschöne Silbentrennungen an anderen Stellen in Kauf.

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»Nicht der ist reich, der ein Herz hat« oder wie falsche Typographie Inhalte umdrehen kann

»Nicht der, der am meisten Geld hat, ist reich, sondern derjenige, der ein Herz hat«, las ich dieser Tage auf Facebook.

Abgesehen von dem fraglichen Inhalt, der hier nicht weiter kommentiert werden soll, fiel mir vor allem die Typographie auf, die genau das Gegenteil von dem aussagt, was ausgesagt werden sollte. Liest man nur die Satzteile, die vom Schreiber wegen ihrer Wichtigkeit hervorgehoben wurden, bleibt als Quintessenz übrig: »Nicht der ist reich, der ein Herz hat.«

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Eine ungewöhnliche Typografie-Ausstellung im Bauhaus-Archiv in Berlin

Wer eine klassische Ausstellung erwartet, wird enttäuscht: Die Sonderschau »ON-TYPE: Texte zur Typografie« im Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung in Berlin ist vor allem eine Ausstellung zum Mitmachen und Mitnehmen.

An Paneelen hängende Zettel mit Schriftbeispielen und Zitaten bekannter Schrift- und Buchgestalter dürfen mitgenommen und zu individuellen Katalogen zusammengestellt werden. Zu finden sind gleichermaßen Aussagen zur Bedeutung von Typografie, zu Aufgaben der Typografie, zur Buchgestaltung, zum Entwerfen von Schriften, über das Verhältnis von Sprache und Schrift, über typografische Experimente und typografische Moden, über die Lesbarkeit von Schrift und Ästhetik. Dazu kommen Schriftmuster und Lebensläufe berühmter Schriftgestalter. Insgesamt können die Besucher aus über 220 Texten auswählen.

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