Archiv der Kategorie: Sprache

Gebärdensprache und Gebärdensprachpoesie führen noch immer ein Schattendasein

Es ist kaum noch vorstellbar, dass noch in die achtziger Jahre hinein die Gebärdensprache in Deutschland an den Schulen weder gelehrt noch verwendet werden durfte. Dabei handelt es sich bei ihr um eine vollständige, komplexe natürliche Sprache, wie Gebärdensprachlinguist Markus Steinbach in einer Vorlesung an der Freien Universität Berlin unterstrich.

Rechtlich anerkannt wurde sie trotzdem erst 2002 durch das Behindertengleichstellungsgesetz. Ihre Anerkennung als Minderheitensprache indes steht weiterhin aus.

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Nach mehr als 100 Jahren ist das Versal-ß endlich offiziell anerkannt

Endlich gibt es das große Eszett auch offiziell. Nachdem die Kultusminister der deutschen Länder und die Zuständigen in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Bozen-Südtirol und Belgiens dem Vorschlag des Rats für deutsche Rechtschreibung zugestimmt haben, darf das Versal-Eszett jetzt auch offiziell anstelle des bisher allein zulässigen Doppel-S verwendet werden.

Dabei ist die Idee des Versal-ẞ schon weit über hundert Jahre alt. Doch der Weg zur offiziellen Anerkennung war lang und steinig.

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Über positiven und negativen Optimismus

Letzte Nacht im Radio gehört: »positiver Optimismus«. Nun habe ich zwar eine Vorstellung von positiv und von Optimismus, aber ein Blick in den Duden kann ja nie schaden. »Optimismus« definiert dieser als »Lebensauffassung, die alles von der besten Seite betrachtet; heitere, zuversichtliche, lebensbejahende Grundhaltung« und »positiv« als »bejahend […] günstig, vorteilhaft, wünschenswert, erfreulich«. Ich hätte es ähnlich formuliert.

Aber »positiver Optimismus«? Eine bejahende lebensbejahende Grundhaltung? Mein Deutschlehrer hätte mir das als Ausdrucksfehler oder – wie es flapsig ausgedrückt hieß – doppeltgemoppelt angestrichen. Oder sollte mit dem »positiv« von einem negativen Optimismus abgegrenzt werden, wobei sich dann allerdings sogleich die Frage stellte, was unter diesem negativen Optimismus zu verstehen wäre.

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Geschickt gegendert: Wenn aus Komponisten kompositionstätige Personen werden

Gut gemeint ist nicht immer auch gut gemacht. Das trifft auch auf das Genderwörterbuch »Geschickt Gendern« zu. Dabei ist die Idee keineswegs schlecht. Oder im Gegenteil: Sie ist sogar hervorragend. Die Umsetzung allerdings … An ihr hapert es leider sehr. Neben vielen guten Formulierungsvorschlägen wimmelt es an Vorschlägen, die in Beamtenstuben ausgeheckt worden sein könnten.

Zu ersteren gehören Vorschläge wie, »[D]er ein oder andere« durch »die eine oder der andere« zu ersetzen, »Alkoholiker« durch »Alkoholsüchtige«, »Benutzerordnung« durch »Benutzungsordnung«, »Brüderlichkeit« durch »Mitmenschlichkeit; Solidarität«, »Fußgängerstreifen« durch »Zebrastreifen«, »Referenten« durch »Referierende; Vortragende«, »Studenten« durch »Studierende«, »Vertragspartner« durch »Vertragsparteien« oder »Zuhörer« durch »Publikum; Auditorium«. Gegen sie ist wenig einzuwenden.

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Kritik am Grimme-Preis für #GastOderSpast

Tabus zu brechen, ist modern geworden. Natürlich nur bestimmte Tabus. Dass beispielsweise die Menschenjagd mittels Drohnen staatlich sanktionierter Mord ist, gehört selbstverständlich nicht dazu. Werden aber zum Beispiel Menschen in den Massenmedien als »Spast« beschimpft, wird das flugs für »vorbildlich und modellhaft« erklärt. Eine Jury-Mehrheit des Grimme-Preises fand jedenfalls nichts daran, den Kabarettisten und Moderator Oliver Polak mit genau diesem Preis auszuzeichnen.

Lange wurde seine Late-Night-Talk »Applaus und Raus!«, für die er die Auszeichnung erhielt, in den Social Media mit dem Hashtag #GastOderSpast beworben. Um zu wissen, dass »Spast« oder, wie es häufiger heißt, »Spasti« stark abwertend gemeint ist, muss man nicht erst den Duden befragen. Mindestens zwei Jury-Mitglieder sprachen sich deshalb gegen die Verleihung des Grimme-Preises an Polak aus.

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