Archiv der Kategorie: Selfpublishing

Warum die Buchhändler nicht schuld an der fehlenden Buchhandelspräsenz der Selfpublisher sind

Es gab einmal eine Zeit, in der die Schriftsteller aus ihrem Elfenturm drängten. Doch das liegt lange zurück. Längst ist der Rückzug vollzogen und drängen ihnen die Selfpublisher mit Vehemenz in den elfenbeinernen Turm nach.

Das betrifft keineswegs nur die literarischen Inhalte vieler Bücher, sondern genauso die Wahrnehmung der Welt durch viele Autorinnen und Autoren. Fast schon unisono klagen sie über ein Desinteresse der Buchhändler an unbekannten Autorinnen und Autoren und ein nachlassendes Leseinteresse der Bevölkerung.

Das Gute an diesem einfachen Weltbild ist, dass immer andere Schuld am ausbleibenden Erfolg der eigenen Werke haben. Bloß – wem hilft es?

Veröffentlicht unter Selfpublishing | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Ein fragwürdiger Verlagsvergleich soll unbedarfte Autorinnen und Autoren ködern

Wo soll ich veröffentlichen? Welche angehenden Autorinnen und Autoren stellen sich diese Frage nicht. Da kommt die Übersicht »Verschiedene Verlagsarten im Vergleich« der Website verlagsvergleich.org gerade recht – zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen allerdings entpuppt sich das Angebot indes als geschickte Werbung eines bekannten Druckkostenzuschussverlages.

Ein genauerer Blick auf die Vergleichsübersicht lässt allerdings schon Übles ahnen. In ihr wird unterschieden zwischen klassischen Verlagen, Zuschussverlagen, Kleinverlagen, On-Demand-Dienstleistern, Eigenverlagen und – jetzt wird es spannend – Value Added Publishing.

Veröffentlicht unter Allgemein, Selfpublishing | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Mit dem Selfpublishing sollte alles anders werden – Konservatismus war damit jedoch nicht gemeint

Vielleicht trauere ich einfach nur zu sehr den Illusionen der ersten Stunde nach. Was wurde Mitte der 1990er Jahre gejubelt, als mit dem aufkommenden Digitaldruck ganz neue Veröffentlichungsmöglichkeiten entstanden. Endlich konnte jeder nicht nur schreiben, sondern auch veröffentlichen. Niemand musste sich mehr den Profitinteressen der Verlage unterordnen. Ganz viel Neues, noch nie Dagewesenes sollte entstehen.

Und heute? Wo sind all die vielen kreativen Neuschöpfungen? Vielleicht sehe ich immer nur die anderen Titel und nie die noch nie dagewesenen. Repräsentativ ist mein Überblick sicherlich nicht und sehr subjektiv zweifellos auch meine Wahrnehmung. Doch zahlreiche Gespräche mit Autorinnen und Autoren lassen für mich keine Zweifel aufkommen: Die Selfpublisher-Szene ist eher noch konservativer als die Verlagsszene.

Veröffentlicht unter Selfpublishing | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert

Etwas ganz Neues und Einzigartiges, noch nie Dagewesenes wollten sie erschaffen

Manchmal ärgere ich mich, fast nichts aus der Anfangszeit des Book on Demand archiviert zu haben. Immerhin kann ich mich noch gut entsinnen, wie damals angehende Autorinnen und Autoren jubelten, endlich nicht mehr von Verlagen abhängig zu sein, sondern ganz Neues und Einzigartiges, noch nie Dagewesenes veröffentlichen zu können.

Seitdem warte ich. Vielleicht suche ich nur nicht richtig, vielleicht kenne ich die falschen Menschen, bin in den verkehrten Foren und Gruppen, aber dieses Einzigartige, noch nie Dagewesene habe ich bis heute nicht entdecken können. Stattdessen finde ich die 87362. Romanze, den 103634. Thriller, die 91946. Erotik-Schmonzette. Die Leseproben offenbaren die Austauschbarkeit der Inhalte, erschrecken mit einem mittleren Erzählton, künden von der Abwesenheit jeglichen typographischen Gestaltungswillens.

Veröffentlicht unter Literatur, Selfpublishing | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert

Ein Qualitätssiegel soll für gleichmäßigere Qualität im Digitaldruck sorgen

Ich gebe es gerne zu: Obwohl ich als Selfpublisher und professioneller Buchgestalter immer wieder mit dem Digitaldruck von Büchern zu tun habe, ist auch an mir das Qualitätssiegel Digitaldruck unbemerkt vorbeigegangen. Erst ein Interview von print.de mit dem Hauptgeschäftsführer Bundesverband Druck und Medien, Dr. Paul Deimel, hat mich darauf aufmerksam gemacht.

Dabei ist das Problem evident. Immer wieder klagen Selfpublisher darüber, dass ihre im Book on Demand hergestellten Bücher sichtbaren Qualitätsschwankungen unterliegen. Vor allem die Farben stellen immer wieder einen Grund zur Aufregung dar. Auch wenn die betroffenen Dienstleister auf Beschwerden häufig mit Ersatzlieferungen reagieren, reklamiert wird in der Regel nur von Autorinnen und Autoren, fast nie dagegen von Leserinnen und Leser. Letztere schimpfen eher auf angeblich unfähige Autorinnen und Autoren.

Veröffentlicht unter Allgemein, Selfpublishing | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert