Archiv der Kategorie: Allgemein

Nach mehr als 100 Jahren ist das Versal-ß endlich offiziell anerkannt

Endlich gibt es das große Eszett auch offiziell. Nachdem die Kultusminister der deutschen Länder und die Zuständigen in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Bozen-Südtirol und Belgiens dem Vorschlag des Rats für deutsche Rechtschreibung zugestimmt haben, darf das Versal-Eszett jetzt auch offiziell anstelle des bisher allein zulässigen Doppel-S verwendet werden.

Dabei ist die Idee des Versal-ẞ schon weit über hundert Jahre alt. Doch der Weg zur offiziellen Anerkennung war lang und steinig.

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Erstmals in Deutschland zu sehen: die Künstlerbücher der Purgatory Pie Press aus New York

In den USA gehören Dikko Faust und Esther Smith mit ihrer Purgatory Pie Press längst zu den bedeutendsten Schöpfern von Künstlerbüchern, in Deutschland sind sie dagegen bislang nahezu unbekannt. Eine Ausstellung in der Galerie Eremitage in Gransee bei Berlin bietet jetzt zum ersten Mal die Gelegenheit, ihr künstlerisches Schaffen kennenzulernen.

Dikko Faust und Esther Smith waren Marc Berger bereits 1995 bei einem New-York-Besuch aufgefallen, als es ihn in der amerikanischen Metropole in eine Buchkunstausstellung verschlug. Aus den vielen technisch und künstlerisch eher unbefriedigenden Werken stachen die Arbeiten der Purgatory Pie Press wie ein Lichtpunkt heraus. Der 40. Jahrestag der Gründung der Purgatory Pie Press bot jetzt eine gute Gelegenheit, sie endlich nach Deutschland zu holen.

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Martin Amstutz’ »Wochenblätter« in der Galerie Eremitage

Auf den ersten Blick könnte man denken, es handele sich tatsächlich um die Titelseiten einer Zeitung. Immerhin prangt auf ihnen in großen Lettern gedruckt »Wochenblatt«. Tritt man näher, liest man Nummern wie 103, 124, 135, 166, 234, 276, 311, 471, 585 oder 655, die auf eine traditionsreiche Wochenzeitung hindeuten. Selbst ein ausführliches Impressum fehlt nicht.

Eines allerdings lässt einen bald stutzig zu werden: Für eine Zeitung sehen viele Titelseiten viel zu experimentell aus. Da gibt es nicht nur Schlagzeilen, Berichte und kurze Meldungen, sondern mitten über den Text ist beispielsweise fett »13 Stühle«, »Rudovous – Käptn Rotbart reitet wieder«, »13. Februar folgt grüner Katze zum Glück« oder »Plan P läuft« gedruckt. Oft sind die Aufdrucke auch in anderen Sprachen: tschechisch, russisch, englisch.

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Mit Werner Klemke wurde in Berlin endlich einer der international bedeutendsten Buchillustratoren geehrt

»Er war einer der berühmtesten Buchillustratoren der DDR von internationaler Bedeutung«, heißt es in leicht verschwurbelter Sprache auf der Gedenktafel am Haus Tassostraße 21 in Berlin-Weißensee. Die Ehre gilt Werner Klemke, der hier von 1954 bis zu seinem Tode 1994 gelebt hat. Am 12. März 2017 wäre er einhundert geworden.

Das erste Mal kam ich mit seinen Zeichnungen in Berührung, als mir meine Eltern Benno Pludras wunderbares Kinderbuch »Bootsmann auf der Scholle« schenkten. Natürlich wusste ich damals nicht, dass der Einband und die Illustrationen im Buchblock von Klemke stammten, doch hinterließen sie einen bleibenden Eindruck. Bis heute steht dieses Büchlein in meinem Bücherschrank. Leider irgendwann verloren gegangen ist dagegen Fred Rodrians Kinderbuch »Hirsch Heinrich« mit den nicht weniger eindrucksvollen Illustrationen Klemkes.

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Berliner Museum für Kommunikation zeigt Ausstellung über den Goldenen Schnitt

Um 300 v.u.Z. verfasste der griechische Mathematiker Euklids sein berühmtes Werk »Elemente«, in dem er unter anderem die früheste Beschreibung des Goldenen Schnitts liefert. Entdeckt hat allerdings nicht er ihn. Manche Wissenschaftler schreiben diese dem griechischen Mathematiker Hippasos von Metapont zu, andere dem ebenfalls griechischen Mathematiker Eudoxos von Knidos.

Doch was ist unter dem Goldenen Schnitt zu verstehen? Eigentlich ist es ganz einfach: Wird eine Strecke so geteilt, dass der kürzere Teil zum längeren im gleichen Verhältnis steht wie der längere Teil zur Gesamtstrecke, wird vom Goldenen Schnitt gesprochen. Oder in Zahlen ausgedrückt: Die kürzere Strecke steht zur längeren bzw. die längere zur Gesamtstrecke in einem Verhältnis von 1:1,618.

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