Archiv des Autors: Heinz W. Pahlke

Ein kurzer Überblick über Schriften mit Versal-Eszett

Die Aufregung um das Versal-Eszett hat sich zwar gelegt, an der Frage, welche Schriften bereits über ein großes ẞ verfügen, ändert sich dadurch allerdings nichts. Eher im Gegenteil, die neue Möglichkeit muss auch genutzt werden können. Im Folgenden sollen deshalb einige Schriften mit Versal-Eszett vorgestellt werden. Bewusst beschränkt sich die Auswahl auf Schriften, die auf vielen Computern bereits standardmäßig installiert sind oder die kostenlos heruntergeladen und trotzdem auch kommerziell verwendet werden dürfen.

Die Abbildung weiter unten zeigt, dass es eine beträchtliche Zahl an Schriften gibt, auf die diese Kriterien zutreffen. Bei genauerer Betrachtung schwindet die anfängliche Freude allerdings schnell wieder, denn für Bücher kann nur eine Minderheit uneingeschränkt empfohlen werden. Das Gleiche gilt für studentische Hausarbeiten, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen.

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Roland R. Bergers Grafiken zu Werken von Anna Seghers in einer Ausstellung

Literatur und bildende Kunst seien für ihn »gewissermaßen Geschwisterkinder«, hat der Grafiker und Zeichner Roland R. Berger einmal formuliert. Besonders angetan hat es ihm das Werk von Anna Seghers, »weil sich in ihren Geschichten das Menschliche wundersam mit Utopien und Märchen mischt.« Schon seit Jahrzehnten beschäftigt er sich deshalb immer wieder mit ihren Romanen und Erzählungen. Ein Teil der Arbeiten, die aus dieser Auseinandersetzung entstanden sind, können jetzt in Oranienburg in der Galerie der Touristeninformation betrachtet werden.

Zu sehen sind Linoldrucke und Holzschnitte, teilweise in schwarzweiß, teilweise farbig, sowie Kohlezeichnungen unter anderem zu den Erzählungen »Sagen von Unirdischen«, »Das wirkliche Blau«, »Das Argonautenschiff«, »Der Ausflug der toten Mädchen«, »Die Reisebegegnung«, »Sagen von Artemis« und »Die schönsten Sagen vom Räuber Woynok«.

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Gebärdensprache und Gebärdensprachpoesie führen noch immer ein Schattendasein

Es ist kaum noch vorstellbar, dass noch in die achtziger Jahre hinein die Gebärdensprache in Deutschland an den Schulen weder gelehrt noch verwendet werden durfte. Dabei handelt es sich bei ihr um eine vollständige, komplexe natürliche Sprache, wie Gebärdensprachlinguist Markus Steinbach in einer Vorlesung an der Freien Universität Berlin unterstrich.

Rechtlich anerkannt wurde sie trotzdem erst 2002 durch das Behindertengleichstellungsgesetz. Ihre Anerkennung als Minderheitensprache indes steht weiterhin aus.

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Nicht nur in »Felix Guttmann« setzte sich Peter Härtling literarisch mit der deutschen Vergangenheit auseinander

Bei der Büchergilde Gutenberg erscheinende Bücher sind häufig viel mehr als einfach nur Bücher, oft sind es wahre kleine bibliophile Kostbarkeiten. Sind es dann auch noch literarische herausragende Titel wie Peter Härtlings Roman »Felix Guttmann«, macht es doppelt Spaß, sich in sie zu vertiefen.

Sicherlich trug auch die sehr gelungene typographische Gestaltung dazu bei, dass mich »Felix Guttmann« damals wie heute so begeistert. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, »Felix Guttmann« bedürfe dieser gestalterischen Aufwertung. Im Gegenteil: Er hat sie verdient. Zugegeben sei allerdings, dass dies auch andere Romane Härtlings verdient hätten.

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Nach mehr als 100 Jahren ist das Versal-ß endlich offiziell anerkannt

Endlich gibt es das große Eszett auch offiziell. Nachdem die Kultusminister der deutschen Länder und die Zuständigen in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Bozen-Südtirol und Belgiens dem Vorschlag des Rats für deutsche Rechtschreibung zugestimmt haben, darf das Versal-Eszett jetzt auch offiziell anstelle des bisher allein zulässigen Doppel-S verwendet werden.

Dabei ist die Idee des Versal-ẞ schon weit über hundert Jahre alt. Doch der Weg zur offiziellen Anerkennung war lang und steinig.

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