Archiv des Autors: Heinz W. Pahlke

Regina Scheer auf der Suche nach Spuren des jüdischen Kinderheims Ahawah in der Berliner Auguststraße

Die Fenster im Erdgeschoss sind zugeklebt, von der Toreinfahrt bröckelt der Putz und ab dem ersten Stock ist die Fassade mit einem Netz zugehangen. Der Verfall ist nicht zu übersehen. Dabei ist es kein Haus wie viele andere. Eine Gedenktafel verkündet vielmehr, dass sich hier einst das jüdische Kinderheim Ahawah befand, bevor die Nazis es zu einem Sammellager für zur Deportation vorgesehene alte und kranke jüdische Menschen bestimmten.

Dass die Geschichte dieses Hauses dem Vergessen entrissen wurde, ist vor allem der Schriftstellerin Regina Scheer zu verdanken. Über Jahrzehnte hat sie Spuren gesucht und Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen zusammengetragen. Die Ergebnisse hat sie schließlich in dem Buch »AHAWAH. Das vergessene Haus: Spurensuche in der Berliner Auguststraße« zusammengefasst.

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Kritik am Grimme-Preis für #GastOderSpast

Tabus zu brechen, ist modern geworden. Natürlich nur bestimmte Tabus. Dass beispielsweise die Menschenjagd mittels Drohnen staatlich sanktionierter Mord ist, gehört selbstverständlich nicht dazu. Werden aber zum Beispiel Menschen in den Massenmedien als »Spast« beschimpft, wird das flugs für »vorbildlich und modellhaft« erklärt. Eine Jury-Mehrheit des Grimme-Preises fand jedenfalls nichts daran, den Kabarettisten und Moderator Oliver Polak mit genau diesem Preis auszuzeichnen.

Lange wurde seine Late-Night-Talk »Applaus und Raus!«, für die er die Auszeichnung erhielt, in den Social Media mit dem Hashtag #GastOderSpast beworben. Um zu wissen, dass »Spast« oder, wie es häufiger heißt, »Spasti« stark abwertend gemeint ist, muss man nicht erst den Duden befragen. Mindestens zwei Jury-Mitglieder sprachen sich deshalb gegen die Verleihung des Grimme-Preises an Polak aus.

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Historiker Karsten Heinz Schönbach belegt detailreich aktive Unterstützung der deutschen Konzerne für die NSDAP

Dass sich kein großer Verlag finden ließ und sich die Medien mit Rezensionen sehr zurückhalten, kann bestenfalls im ersten Moment überraschen. Je mehr man sich in Karsten Heinz Schönbachs Untersuchung »Die deutschen Konzerne und der Nationalsozialismus 1926–1943« vertieft, desto weniger vermag einen das jedoch noch zu überraschen.

Schönbach setzt sich in dem auf seine Dissertation zurückgehenden Werk dezidiert mit der von der bürgerlichen Geschichtsforschung verbreiteten Behauptung auseinander, bestenfalls Teile der deutschen Wirtschaft hätten Hitler und die NSDAP unterstützt, die Mehrheit sei vielmehr selbst ein Opfer der Faschisten geworden.

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Der Kampf der Medien mit dem Konjunktiv

»Deutsche Sprache, schwere Sprache« ist von Ausländern, die sich mit dem Erlernen unserer Sprache plagen, immer wieder zu hören. Doch nicht nur sie, sondern auch viele Deutsche und selbst jene, die täglich mit der Sprache zu tun haben wie Journalisten und Autoren tun sich mit ihr häufig schwer. Jüngstes Beispiel, gehört und gelesen in den Mittagsnachrichten von Radio Berlin-Brandenburg (RBB) am 9. März 2017: »Bundeskanzlerin Merkel sagte, die Wiederwahl Tusks sei ein Zeichen der Stabilität in der EU.«

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Berliner Museum für Kommunikation zeigt Ausstellung über den Goldenen Schnitt

Um 300 v.u.Z. verfasste der griechische Mathematiker Euklids sein berühmtes Werk »Elemente«, in dem er unter anderem die früheste Beschreibung des Goldenen Schnitts liefert. Entdeckt hat allerdings nicht er ihn. Manche Wissenschaftler schreiben diese dem griechischen Mathematiker Hippasos von Metapont zu, andere dem ebenfalls griechischen Mathematiker Eudoxos von Knidos.

Doch was ist unter dem Goldenen Schnitt zu verstehen? Eigentlich ist es ganz einfach: Wird eine Strecke so geteilt, dass der kürzere Teil zum längeren im gleichen Verhältnis steht wie der längere Teil zur Gesamtstrecke, wird vom Goldenen Schnitt gesprochen. Oder in Zahlen ausgedrückt: Die kürzere Strecke steht zur längeren bzw. die längere zur Gesamtstrecke in einem Verhältnis von 1:1,618.

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