Parasitenpresse als Verlag junger Lyrikerinnen und Lyriker

Gegründet ist ein Literaturverlag schnell, doch ihn erfolgreich am Markt zu halten, gelingt nur wenigen Jungverlegern. Zu letzteren gehören Adrian Kasnitz und Wassiliki Knithaki mit ihrer 2000 in Köln gegründeten und immer noch dort ansässigen Parasitenpresse.

Gut 70 Titel sind bislang erschienen. Die meisten entfallen auf die Lyrikreihe, einer Heftreihe von 14 Seiten Umfang, die von Hand zusammengelegt und klammergeheftet werden. Manche starten mit einer Auflage von 50 Exemplaren und kommen kaum darüber hinaus, andere wiederum erreichen im Laufe der Zeit eine Gesamtauflage von einigen Hundert Exemplaren. Dazu kommen immer wieder Bücher, wobei auch hier die Lyrik dominiert.

Veröffentlicht werden vor allem jüngere Autorinnen und Autoren. Ihre Probleme als No-Names, einen Verlag zu finden, hatten unter anderem den Anstoß zur Gründung der Parasitenpresse gegeben. Für manche, wie René Hamann, Jan Kuhlbrodt, Björn Kuhligk, Stan Lafleur, Jan Skudlarek, Enno Stahl, Ron Winkler und nicht zuletzt Adrian Kasnitz selbst, bildete die Parasitenpresse so etwas wie ein Sprungbrett. Längst stehen in ihren Veröffentlichungslisten auch andere Verlagsnamen.

Verzichteten Adrian Kasnitz und Wassiliki Knithaki anfangs aus finanziellen Gründen auf ISBN für ihre Bücher, haben sie inzwischen aus der Not längst eine Tugend gemacht. Der Nachteil allerdings ist, dass nur wenige Buchhandlungen die Veröffentlichungen der Parasitenpresse beschaffen oder gar vorrätig halten. So bleibt vor allem der eigene Online-Shop. Doch es gibt auch erfreuliche Ausnahmen wie beispielsweise die Buchhandlung Amarcord in Berlin, in der Adrian Kasnitz kürzlich seine Parasitenpresse einer lyrikinteressierten Öffentlichkeit vorstellen durfte.

Dieser Beitrag wurde unter Literatur abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.