Über positiven und negativen Optimismus

Letzte Nacht im Radio gehört: »positiver Optimismus«. Nun habe ich zwar eine Vorstellung von positiv und von Optimismus, aber ein Blick in den Duden kann ja nie schaden. »Optimismus« definiert dieser als »Lebensauffassung, die alles von der besten Seite betrachtet; heitere, zuversichtliche, lebensbejahende Grundhaltung« und »positiv« als »bejahend […] günstig, vorteilhaft, wünschenswert, erfreulich«. Ich hätte es ähnlich formuliert.

Aber »positiver Optimismus«? Eine bejahende lebensbejahende Grundhaltung? Mein Deutschlehrer hätte mir das als Ausdrucksfehler oder – wie es flapsig ausgedrückt hieß – doppeltgemoppelt angestrichen. Oder sollte mit dem »positiv« von einem negativen Optimismus abgegrenzt werden, wobei sich dann allerdings sogleich die Frage stellte, was unter diesem negativen Optimismus zu verstehen wäre.

Doch vielleicht wurde der positive Optimismus auch nur im Sinne von »heiterer, wünschenswerter Lebensauffassung, die alles von der besten Seite betrachtet«, beschworen. Am Wahrscheinlichsten ist allerdings, dass es sich einfach nur um eine gedankenlos verwendete Floskel handelte.

Dieser Beitrag wurde unter Sprache abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Über positiven und negativen Optimismus

  1. Renate Blaes sagt:

    Das sind Sätze von Menschen, die sich wenig Gedanken über Sprache machen. Viele Journalisten (die meisten) sagen zum Beispiel: Ein Eldorado.

    Das ist auch doppeltgemoppelt, denn El Dorado bedeutet “das Goldland”. El ist also die Vorsilbe.