Trotz PISA: An den Bibliotheken wird unverändert gespart

Es vergeht keine PISA-Studie, die nicht mangelnde Lesefähigkeiten vieler Jugendlicher bestätigt. Selbst das Bundesministerium für Bildung und Forschung musste bereits vor Jahren einräumen, dass deren Chancen im Berufsleben »deutlich herabgesetzt« sind. Zu den zentralen Orten, die zum Lesen anregen sollen, gehören nicht zuletzt die Bibliotheken. Doch statt sich um ihre ureigenste Aufgabe kümmern zu können, müssen sie seit Jahren vor allem um ihre eigene Existenzsicherung kämpfen.

Auch der im Oktober 2016 veröffentlichte Bericht zur Lage der Bibliotheken 2016/17 muss wieder ein düsteres Bild zeichnen. Jede vierte öffentliche Bibliothek ist danach von »Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen« betroffen. In der Praxis heißt das meistens, sie müssen mit noch weniger Geld auskommen. 17 Prozent der öffentlichen Bibliotheken bekommen weniger Zuschüsse und 12 Prozent müssen ihre Einnahmen erhöhen.

Die Folgen für die Leserinnen und Leser sind vielfältig: Die Öffnungszeiten werden verkürzt, es werden weniger neue Bücher gekauft, die Veranstaltungsprogramme werden ausgedünnt, die Eintrittspreise für Veranstaltungen steigen, es gibt weniger Bildungsangebote für bildungsschwache und behinderte Menschen, die digitalen Angebote stagnieren, der bauliche Zustand der Leseräume verschlechtert sich weiter.

Wenn die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Dr. Claudia Bogedan verkündet, dass die Kultusministerkonferenz »sich der Bedeutung der Bibliotheken als unverzichtbare Orte der Bildung und Integration sowie als Dienstleister der modernen Wissensgesellschaft sehr bewusst« sei, dann hört sich das zwar gut an, doch den Bibliotheken bringt es überhaupt nichts, solange es nur bei Lippenbekenntnissen bleibt.

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