Eine Petition soll die Einstellung der Literatursendungen des Bayerischen Fernsehens verhindern

Müssen wir Bücher lesen? Der Bayerische Rundfunk meint offenbar: »Nein« – und will deshalb seine beiden Literatursendungen »Lesezeichen« und »Lido« einstellen. Bereits am 30. Juli 2015 will der Rundfunkrat über die Einstellung entscheiden. Hintergrund ist eine seit Längerem diskutierte Programmschemareform beim Bayerischen Fernsehen, die das Programm massentauglicher machen soll.

Literatursendungen, die sich erfahrungsgemäß eher an kleinere Zuschauergruppen wenden, passen da naturgemäß nicht hinein. Allerdings gibt es auch einen Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gibt, doch den scheinen die Verantwortlichen vergessen zu wollen.

In einer Petition, die sich gegen die drohende Einstellung der beiden Literatursendungen wendet, heißt es deshalb:

Wir finden, dass der von Gebührengeldern finanzierte Bayerische Rundfunk auch in Zukunft seinem Bildungs- und Kulturauftrag nachkommen muss.

Wir können nicht zulassen, dass die Literaturvermittlung immer weiter aus den
öffentlich-rechtlichen Medien zurückgedrängt und allein den sozialen Netzwerken überlassen wird.

Auch im Fernsehen brauchen wir eine professionelle Literaturberichterstattung – Interviews, Buchbesprechungen, Autorenporträts und Reportagen. Es geht um kulturelle Identität, um das Bewusstsein für Sprache, um das Einüben von Empathie.

120.000 Unterschriften möchten die Initiatoren der Petition bis zur voraussichtlich entscheidenden Sitzung des Rundfunkrates zusammenbekommen – ein wahrlich ehrgeiziges Ziel, das es aber wert ist, unterstützt zu werden. Literatur braucht öffentliche Aufmerksamkeit auch im Fernsehen, wenn sie in keine elitäre Ecke abgedrängt werden will.

Dieser Beitrag wurde unter Medien abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.