Ein Qualitätssiegel soll für gleichmäßigere Qualität im Digitaldruck sorgen

Ich gebe es gerne zu: Obwohl ich als Selfpublisher und professioneller Buchgestalter immer wieder mit dem Digitaldruck von Büchern zu tun habe, ist auch an mir das Qualitätssiegel Digitaldruck unbemerkt vorbeigegangen. Erst ein Interview von print.de mit dem Hauptgeschäftsführer Bundesverband Druck und Medien, Dr. Paul Deimel, hat mich darauf aufmerksam gemacht.

Dabei ist das Problem evident. Immer wieder klagen Selfpublisher darüber, dass ihre im Book on Demand hergestellten Bücher sichtbaren Qualitätsschwankungen unterliegen. Vor allem die Farben stellen immer wieder einen Grund zur Aufregung dar. Auch wenn die betroffenen Dienstleister auf Beschwerden häufig mit Ersatzlieferungen reagieren, reklamiert wird in der Regel nur von Autorinnen und Autoren, fast nie dagegen von Leserinnen und Leser. Letztere schimpfen eher auf angeblich unfähige Autorinnen und Autoren.

Mit dem bereits seit September 2014 existierenden Qualitätssiegel Digitaldruck soll sich dieser Zustand jedoch langfristig verbessern. Zum einen wurden Mindeststandards festgelegt, die von Unternehmen erfüllt werden müssen, die das Siegel tragen wollen. Zum anderen ist davon auszugehen, dass zur Erfüllung der Qualitätsstandards der innerbetriebliche Produktionsablauf optimiert und das innerbetriebliche Qualitätsbewusstsein gestärkt werden muss. Um sicherzustellen, dass Unternehmen nach der Zuerkennung des Qualitätssiegels nicht in ihren Anstrengungen nachlassen, muss es zudem alle zwei Jahre neu beantragt werden.

Natürlich darf man sich von dem Qualitätssiegel Digitaldruck keine Wunder erhoffen. Längerfristig sollten jedoch die heute oft noch zu beklagenden starken Qualitätsschwankungen im Book on Demand geringer werden. Dem Ansehen der Selfpublisher kann das nur förderlich sein.

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