Die Linke wirft Autorinnen und Autoren Willkür vor

»Gegenwärtig können Autoren, Verlage oder andere Rechteinhaberinnen und Rechteinhaber willkürlich entscheiden, ob und zu welchen Bedingungen sie Bibliotheken E-Books zur Verfügung stellen«, beklagt die Partei Die Linke in einem Entwurfs eines Antrags an die Bundesregierung, durch eine Reform des Urheberrechts die Verleihbarkeit digitaler Medien in öffentlichen Bibliotheken sicherzustellen.

Dass mir als Autor von der Linken Willkür vorgeworfen wird, wenn ich selbst über die Verbreitung meiner Bücher entscheiden möchte, beweist leider, dass manche in dieser Partei zwar gerne einen Reformsozialismus oder Demokratischen Sozialismus propagieren, tatsächlich aber das Gegenteil meinen und auf diese Weise die Ideen des Sozialismus weiter diskreditieren.

Nicht mit den Schöpfern von Werten wird nach Antworten auf offene Fragen gesucht, sondern gegen sie. Wenn mir als Autor per se Willkür unterstellt wird, sind die Rollen von vorneherein klar verteilt: Ich als Täter muss mich vor den Leserinnen und Lesern als Opfern für meine niedere Gesinnung verantworten. Die Aufforderung zur Diskussion verkommt auf diese Weise zur reinen Floskel.

Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Die Linke wirft Autorinnen und Autoren Willkür vor

  1. Peter Zenker sagt:

    Sollen nur noch Privilegierte lesen dürfen?
    Öffentliche Bibliotheken sind für viele finanzschwache Menschen die einzige Möglichkeit an gute Literatur zu kommen. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, wenn Autoren oder Verlage sich weigern, ihre Werke in Leihbibliotheken zu stellen. Ob gedruckt oder als E-Book, eine Leihbibliothek zahlt für das Buch / Ebook den gleichen Preis. Stellt die Bibliothek 3 Exemplare ins Regal / auf den Server, hat sie 3 Exemplare bezahlt und kann auch nur drei Exemplare ausleihen. Es ist vielleicht nicht allgemein bekant, aber es ist nicht etwa so, das 100 Menschen das gleiche E-Book zur gleichen Zeit ausleihen können. Sind die drei gekauften Exemplare eines E-Boks ausgeliehen, kommt der nächste Interessent auf die Warteliste.

    • Heinz W. Pahlke sagt:

      Und das rechtfertigt, Autoren gleich von vorneherein “Willkür” vorzuwerfen und sie an den Pranger zu stellen?

      Wenn es offene Fragen gibt, was meiner Meinung nach tatsächlich teilweise der Fall ist, dann sollten sie gemeinsam mit den Autoren angegangen werden, aber nicht gegen sie.

      So wie die Linke agiert, ist sie nicht besser als die anderen Parteien, die gerne von Dialog sprechen, tatsächlich aber das Gegenteil meinen und nur ihre Position durchdrücken wollen.