Die typographische Gestaltung eines Buches hört nicht mit dem Buchblock auf

»Das Cover ist das Aushängeschild meines Buches.« Welche Autorin und welcher Autor würde dies wohl ernsthaft bestreiten wollen? Ich habe bislang jedenfalls nur Autorinnen und Autoren kennengelernt, die von sich sagen, dass sie dem Cover große Aufmerksamkeit schenken würden.

Gerade deshalb überrascht es mich immer wieder, wie oft zwischen dem mit größter Sorgfalt erstellten Buchblock und dem Cover eine Diskrepanz besteht. Da wird im Buchblock auf einen sauberen Blocksatz mit Silbentrennung, auf typographische Anführungszeichen oder Guillemets, auf korrekte Gedankenstriche und Erstzeileneinzug geachtet, doch auf dem Cover?

Auf dem Cover finden sich plötzlich Zollzeichen oder englische Anführungszeichen statt typographischer Anführungszeichen, Größer- und Kleinerzeichen statt Guillemets, Bindestriche statt Gedankenstriche. Dem Blocksatz ist die Silbentrennung abhanden gekommen und über den Flattersatz scheinen Orkanböen gefegt zu sein. Selbst Schriftgrößenwechsel innerhalb von Absätzen habe ich schon beobachtet.

Natürlich können jedem Menschen Fehler unterlaufen: ein Rechtschreibfehler, ein fehlendes oder überflüssiges Komma, eine unglückliche Formulierung können auch Autorinnen und Autoren jederzeit passieren.

Doch hier handelt es sich nicht um derartige ärgerliche, aber im realen Leben nie wirklich auszuschließende Fehler, sondern um Nachlässigkeiten bei der Gestaltung der Coverrückseite. Und diese Fehler ließen sich vermeiden, wenn auf das Cover die gleiche Sorgfalt wie auf den Buchblock verwandt würde. Auch wenn es sich scheinbar nur um die Coverrückseite handelt: »Das Cover ist das Aushängeschild eines jeden Buches.«

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Eine Antwort auf Die typographische Gestaltung eines Buches hört nicht mit dem Buchblock auf

  1. Da stimme ich dir zu und hoffe, dass mir trotzt aller Sorgfalt keiner der von dir genannten Fehler unterlaufen ist.
    Katharine C.Wolters