Die schwierige Suche nach der richtigen Schrift

Zu den beliebtesten Fragen von Selfpublishing-Autorinnen und -Autoren in den verschiedensten Foren und Gruppen gehört die nach der Schrift. »Welche Schrift sollte ich für meinen Roman verwenden? Gibt es Schriften, die Standard sind?«

So einfach sich diese Fragen anhören, so schwer oder genauer gesagt unbefriedigend sind sie zu beantworten. Allerdings gibt es eine Wahl, mit der man fast nie verkehrt liegt: die Garamond. Tatsächlich gibt es zwar nicht die Garamond, sondern vielmehr viele Interpretationen der von Claude Garamond in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts geschnittenen Schrift. In 11,5 oder 12 pt gesetzt, lässt sich die Garamond auf alle Fälle gut lesen.

Auch wenn sehr viele Bücher in einer Garamond gesetzt sind, von einem Standard sollte trotzdem besser nicht gesprochen werden, denn es gibt unzählige weitere Schriften, die genauso gut geeignet sind. Wichtig ist nur, dass die Schrift gut lesbar ist und zu dem jeweiligen Buch passt.

Für einen Science-Fiction-Krim habe ich vor einiger Zeit mal die Diavlo gewählt. Modern, klar und doch etwas geheimnisvoll wirkend, gibt es sie in fünf Schnitten von light bis black. Allerdings fehlen kursive Schnitte. Besser ausgebaut ist die Calluna, die aus acht Schnitten besteht, darunter auch drei kursiven. Kostenlos gibt es allerdings nur den normalen Schnitt. Für einen Lyrik-Band erwies sich die Calluna schließlich als optimal.

Für den kleinen, auf zeitgenössische Belletristik spezialisierten Verlag Pax et Bonum fiel die Wahl vor kurzem schließlich auf die Jenny als neue Brotschrift. Sie ist sehr gut zu lesen, wirkt ähnlich seriös wie die Garamond, aber mit einer moderneren Anmutung. Die es keinen fetten krusiven Schnitt gibt, lässt sich verschmerzen. Wichtiger ist, dass sie über echte Kapitälchen verfügt. Aus der Jenny werden zukünftig alle Bücher dieses Verlages gesetzt.

Am besten probiert man ein paar Schriften aus, die man für geeignet hält. Ein guter Überblick über qualitativ hochwertige kostenlose Schriften findet sich auf typografie.info. Eine kleine Auswahl habe ich zudem unter Welche Schriften sind besonders zu empfehlen? zusammengestellt.

Als sehr sinnvoll hat es sich erwiesen, einige Seiten des Manuskriptes in den in die engere Wahl gezogenen Schriften auszudrucken. Meistens kristallisieren sich hier schon zwei oder drei Favoriten heraus. Sich mit Freunden und Bekannten zu beratschlagen, erleichtert häufig die schließliche endgültige Entscheidung.

Dieser Beitrag wurde unter Typographie abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.