Hörenswertes Radiofeature im Deutschlandradio Kultur über Schrift und Buchgestaltung

»Das Auge liest mit – Über Schrift und Schriften« war ein sehr hörenswertes Radiofeature überschrieben, das Deutschlandradio Kultur am 27. Dezember 2014 ausstrahlte und derzeit noch auf der Website des Senders nachzuhören ist.

Judith Schalansky, die 2007 bis 2009 an der Fachhochschule Potsdam typographische Grundlagen unterrichtete und ihre Bücher selbst gestaltet, Friedrich Forssman, der unter anderem das typographisch anspruchsvolle Spätwerk von Arno Schmidt gestaltete und besonders mit der Gestaltung von »Zettel’s Traum« Aufsehen erregte, sowie Erik Spiekermann, der als Honorarprofessor an der Hochschule für Künste Bremen lehrt und für seine Schrift- und Designgestaltung vielfach ausgezeichnet wurde, gehen in dem Feature der Frage nach, was Schrift eigentlich ist und wie sie funktioniert.

Ihr gemeinsamer Ausgangspunkt ist, dass es keinen Inhalt ohne Form gibt Für Schalansky ist Schrift ein Ordnungssystem, das der Wirklichkeit Herr zu werden und ihr Chaos zu bändigen versuche. Nur wenn der Buchgestalter einen Text verstehe, so Spiekermann, könne er ihn auch erfolgreich typographisch gestalten. Gute Typographie heiße aber nicht, sich über den Text zu erheben, erläutert Forssman anhand seiner Gestaltung von Arno Schmidts Spätwerk. Als Buchgestalter müsse man sich vielmehr zurückhalten und den Autor und seine Texte in den Mittelpunkt stellen.

Gut 54 Minuten dauert das Feature von Jochen Meißner – gut 54 Minuten, die an die Zuhörerinnen und Zuhörer höchste Anforderungen stellen, braucht doch dieses Thema eigentlich Bilder, denn »das Auge liest mit«. Aber bei Radiobeiträgen kann das Auge eben gerade nicht mitlesen.

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