Ein gelungener Wegweiser zu E-Books und gedruckte Bücher rezensierende Blogs

Immer mehr Autoren und Autorinnen publizieren unabhängig von Verlagen – und stehen damit vor dem Problem, ihre Werke selbst bekannt machen zu müssen. Eine Möglichkeit stellen Rezensionen in Blogs dar. Besonders für E-Books bleiben sie häufig sogar die einzige Möglichkeit. Bloß wie findet man als Autor oder Autorin geeignete Blogs?

An diesem Punkt setzt »Wer rezensiert mein E-Book. Blog-Wegweiser für Indie-Autoren (und ihre Leser)« an, das der Journalist und Schriftsteller Sebastian Brück herausgegeben hat – selbstverständlich als Ebook und unabhängig von einem Verlag.

Den Hauptteil bilden Selbstdarstellungen von mehr als fünfzig Bücherblogs, wobei die Blogger vorgegebene Fragen beantworten mussten. Damit ist sichergestellt, dass keine wichtigen Informationen fehlen und die Blogs leichter miteinander verglichen werden können.

Am interessantesten dürfte für die meisten Leser sein, welche Genres und damit Zielgruppen die einzelnen Blogs bedienen. Nicht überraschend werden besonders gerne Thriller, Krimis, Fantasy-Bücher, Jugendbücher, Dystopien, Romancen, Chicklit-Bücher und Horrorgeschichten vorgestellt. Wenig beliebt ist erstaunlicherweise Erotik. Allerdings könnte das auch daran liegen, dass sich viele Rezensenten und besonders Rezensentinnen scheuen, ihr Interesse an erotischen Inhalten zuzugeben und sogar noch darüber zu schreiben.

Im Gegensatz zur Belletristik fristet das Sachbuch in den vorgestellten Blogs ein trauriges Schattendasein. In kaum einem Blog haben Sachbücher eine Chance, rezensiert zu werden. Faktisch heißt Bücherblog immer Belletristikblog. Für Sachbuchautoren bieten sich allerdings ohnehin eher fachbezogene Foren oder Blogs an.

Kein einziger Blog nannte, wenn ich es nicht übersehen habe, ausdrücklich Lyrik. Das heißt zwar nicht, dass grundsätzlich keine Gedichtbände vorgestellt werden, lässt aber doch deren geringes Gewicht in den Bücherblogs erkennen. Entsprechend gering entwickelt dürfte das Interesse an Gedichten auch bei der Mehrzahl der Leser dieser Blogs sein.

Ausdrücklich verweist Sebastian Brück darauf, dass sein Ratgeber keinen Autor und keine Autorin verleiten sollte, einfach bei sämtlichen Blogs wegen einer Buchvorstellung anzufragen. Selbst wenn auf einem Blog bevorzugt zum Beispiel Fantasy vorgestellt wird, heißt das noch lange nicht, dass das eigene Fantasy-Buch tatsächlich dort hineinpasst. Gar völlig unsinnig ist es, seinen Thriller beispielsweise einem Chicklit-Blog vorzuschlagen.

Natürlich dürfen von einer Buchvorstellung auf einem Blog keine Wunder erwartet werden. Selbst wenn es gelingt, gleich mehrere Blogs zu begeistern, bleibt der Weg steinig und ist kein Erfolg garantiert. So kann der Feststellung von Sebastian Brück nur vorbehaltlos zugestimmt werden, dass der »Weg zum Erfolg über monate- bis jahrelange Eigen-PR und Kontaktpflege« führt.

Übrigens rezensieren fast alle der im E-Book vorgestellten Blogs auch gedruckte Bücher. Die Investition lohnt sich deshalb auch für Autoren, die (noch) nur gedruckte Bücher veröffentlichen.

Sebastian Brücks »Wer rezensiert mein E-Book?« bei Amazon

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