Thomas Hollinger – Gedichte über die kleinen und großen Freuden des Lebens

»… un­ter­wirft er sich nicht dem Dik­tat alt­her­ge­brach­ter For­men und Vers­ma­ße, son­dern zeigt auf über­ra­schend fri­sche Wei­se, wo­zu mo­der­ne Ly­rik fähig ist.« Mit diesem markigen Satz bewirbt der Verlag art & words den Gedichtband »Scherbenwelt. Lyrik am Rande einer Zeit« von Thomas Hollinger.

Normalerweise steige ich bei solchen Sprüchen sofort aus, denn fast immer deuten sie auf das sprachliche Unvermögen book on demand oder über Druckkostenzuschussverlage veröffentlichender Autoren hin. Fast immer handelt es sich um eine Umschreibung für dahingestümpert, für absolut talentfrei dahergestammelte Verse.

Zum Glück überwiegt manchmal dann aber doch die Neugier. Und so bin ich auf einen Lyriker gestoßen, dessen Gedichte zu lesen ich nicht als vertane Zeit bedauere. Es sind vor allem die kleinen und großen Freuden des Lebens, denen er seine dichterische Aufmerksamkeit schenkt. Nicht alle Verse sind gleichermaßen gelungen, doch für einen vergnüglichen Leseabend findet sich allemal genug.

Zu den gelungendsten Gedichten gehört für mich »worte«, dessen Abdruck hier mit freundlicher Genehmigung des Verlages art & words erfolgt.

worte

worte ob in stein gemeißelt
bewusst gesprochen
oder achtlos hingeworfen
sind doch am ende waffen

die begeistern

streicheln

schmerzen

töten können

Unbedingt erwähnen möchte ich die sehr gelungene Typographie des gedruckten Buches, die einen zusätzlichen Lesegenuss beschert. Die inhaltlich identische Ebook-Version kann dieses Gefühl natürlich nicht wecken.

Thomas Hollingers »Scherbenwelt« bei Amazon (als gedrucktes Buch)

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