Eugen Ruges »In Zeiten des abnehmenden Lichts« als konservativer Lebensentwurf

Auch wenn etliche Buchhändler vor der Verleihung des Deutschen Buchpreises lamentiert haben, dass in der Shortlist kein Titel stehe, mit dem sich richtig Geschäfte machen machen ließen: Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Von Eugen Ruges Roman »In Zeiten des abnehmenden Lichts« sind von Anfang September bis Mitte Oktober bereits 250.000 Exemplare verkauft worden, und bis zum Jahresende hofft der Rowohlt-Verlage noch weitere 150.000 Exemplare absetzen zu können.

Dieser Erfolg kommt indes nicht völlig unerwartet. Sprachlich überzeugend, erschien »In Zeiten des abnehmenden Lichts« gerade zur rechten Zeit. Massenstreiks in Griechenland, Proteste in Spanien, Diskussionen in Deutschland: Nicht nur der Euro, sondern mit ihm die gesamte EU in ihrer heutigen Gestalt stehen zur Disposition. Mehr als alle Leitartikel und Kommentare in den wichtigsten Medien können da Romane helfen, Fragen neu zu stellen und zu beantworten – und sei es nur, mögliche Alternativen zu verhindern.

Dass gerade die Welt und FAZ Eugen Ruges Roman feiern, überrascht nicht, geht es in seinem Roman doch um das »Scheitern von Lebensentwürfen, von Idealen«. Mögen die Menschen suchen, aber bitte nicht links von den Menschheits- und Gesellschaftsvorstellungen, wie sie uns tagtäglich von Massenmedien und Politikern serviert werden. Für die FAZ sind es deshalb auch die »unbelehrbaren Kommunisten«, die in ihrer »Einfalt« versuchten, etwas Neues zu schaffen.

»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht«, hat vor gut 200 Jahren bereits der preußische Kriegsminister Friedrich Wilhelm Graf von der Schulenburg-Kehnert erkannt, als er den Berlinern die Niederlagen von Jena und Auerstädt kundgab. Nachdenken und nach Neuem suchen war damals so wenig angesagt, wie es heute angesagt ist.

Eugen Ruges »In Zeiten des abnehmenden Lichts« bei Amazon

Dieser Beitrag wurde unter Autoren, Bücher, Gesellschaft abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Eugen Ruges »In Zeiten des abnehmenden Lichts« als konservativer Lebensentwurf

  1. barbara sagt:

    ich bin gespannt, habe den roman gerade hier liegen …

    • Heinz W. Pahlke sagt:

      Vielleicht hast du Lust und Zeit, deine Eindrücke von dem Roman hier mal zu schildern.