Geheimnisvoll-dunkel, aber nicht trost- und hoffnungslos: die Gedichte und Kurzprosa von Barbara Schilling

Allen, »die mehr hören als andere, mehr sehen als das Offensichtliche und die Schönheit der Phantasie erkennen«, hat Barbara Schilling ihren Ende 2010 erschienenen Band »Liebst du das Dunkel« gewidmet. Vor allem Gedichte, aber auch einige kurze Prosatexte lassen den Leser in eine geheimnisvolle Welt eintauchen.

Mit dem Wort »dunkel« verbindet sich für mich vieles: düster, finster, geheimnisvoll, lichtlos, rätselhaft, trist, traurig, trostlos, trübe, mystisch, gespenstisch, trostlos, ungewiss, freudlos, hoffnungslos, einsam. Genau diese Bandbreite ist es auch, die Barbara Schillings Gedichte und Kurzprosa abdecken. Dabei überwiegen aber deutlich die geheimnisvoll-rätselhaften Texte. Trost- und hoffnungslos klingen für mich die wenigsten.

»Und plötzlich hörte ich es wieder. Einem leisen, kaum wahrnehmbaren Kratzen folgte ein Rascheln. In meinem Zimmer. Ganz in meiner Nähe. Jetzt war ich sicher: Unter meinem Bett«, beginnt »Invasion«, eine außerordentlich dichte Kurzgeschichte über eine Invasion sich immer gefräßiger gebärdender Krabbeltiere. »Der Wein am Abend / entfacht die Glut. / Die Klinge dringt tief / in das alte Holz«, endet das Gedicht »Bauernmord«. Nichts Mystisch-geheimnisvolles, sondern die Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) steht im Mittelpunkt des Gedichtes »Morgenlicht«.

Eine Auswahl an Gedichten und Kurzprosa hat Barbara Schilling für eine CD eingesprochen, die dem Buch beliegt. Einige Texte werden von Marco W. Linke vorgetragen. Manche sind zudem mit Musik oder Geräuschen hinterlegt. Mir hätte allerdings das Buch gereicht. Sicherlich ist es interessant, die Interpretation der Autoren zu hören, lieber jedoch lese ich Bücher selber und lasse so in meinem Kopf meine eigenen Bilder und Klänge entstehen.

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