»Ronar – Zwei Welten« begeistert wie der erste Teil des Fantasyromans

Wer kennt es nicht: Ein Autor schreibt einen Roman, der von den Lesern so wohlwollend aufgenommen wird, dass er meint, unbedingt einen zweiten Teil nachschieben zu müssen. Doch das Pulver hat er bereits verschossen und so quält sich die Handlung im zweiten Teil von Seite zu Seite. Nachdem mir der erste Teil von »Ronar« sehr gefallen hatte, war ich deshalb erst einmal etwas skeptisch, als mir die Autorin Anke Höhl-Kayser erzählte, sie schreibe gerade an einer Fortsetzung.

Tatsächlich herausgekommen ist der mindestens genauso lesenswerte Band »Ronar – Zwei Welten«. Da sie mich zwischenzeitlich gebeten hatte, das Manuskript zu lektorieren, gestaltete sich der Zugang diesmal sehr viel intensiver, aber natürlich auch kritischer. Dies sei hier eingefügt, um möglichen »Enthüllungen« zuvorzukommen. Denn eines ist klar: Wer ein Buch rezensiert, das er selbst lektoriert hat, muss immer mit dem Vorwurf der Voreingenommenheit oder Parteilichkeit rechnen.

Seitdem Ronar den Schwarzen König, seinen Vater, besiegt und die Elthenkrone für Athanian zurückerobert hat, ist ein Jahr vergangen, als Athanian von einer mysteriösen Krankheit heimgesucht wird. Ronar macht sich schwere Vorwürfe, dass er an dieser Erkrankung schuld sein könnte. Und: Haben die Elthen ihn wirklich voll akzeptiert? Athanian helfen kann nur – der Schwarze König. Ronar und der schwer kranke Athanian begeben sich auf eine lange, gefährliche Reise.

Wie im ersten Band geht es um Vertrauen in sich selbst und zu Freunden, um das Annehmen von Herausforderungen und Selbstzweifel, um eine Welt, in der nicht alles schwarz ist, was auf den ersten Blick schwarz aussieht, und nicht weiß, was im ersten Moment weiß erscheint. Vor allem der Gedanke, dass die Welt sich nicht einfach in schwarz und weiß einteilen lässt, sondern vielfältiger und widersprüchlicher ist, gewinnt im zweiten Band deutlich an Gewicht.

Erneut bewundert habe ich die Fabulierkunst der Autorin, die den Leser das Geschehen tatsächlich miterleben lässt, anstatt es nur zu behaupten. Ein kurzes Zitat soll die Fabulierkunst belegen: »Er [Ronar] schaut aufgewühlt hinauf zum Mond und sucht in seinem Licht den Trost, den er in seinen einsamen Nächten im Haus des Schmieds so viele Male empfangen hat. Da verändert sich das helle Weiß, wird schwächer, silbrig. Der Mond öffnet sich wie ein Tor und gibt den Blick frei auf eine fremde Stadt mit unzähligen riesigen Bauwerken. Die Landschaft ist zerschnitten von grauen, teils sich windenden, teils schnurgeraden Flüssen, auf denen eine Vielzahl kleiner bunter Schiffe fährt.«

Offiziell firmiert »Ronar – Zwei Welten« zwar unter Jugendbuch, angesprochen werden aber genauso oder sogar noch mehr Erwachsene.

Anke Höhl-Kaysers Fantasyroman »Ronar – Zwei Welten« bei Amazon

Dieser Beitrag wurde unter Autoren, Bücher abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.