Brandenburgischer Literaturpreis für »Der Ventriloquist« von Marco W. Linke

»Anfangs dachte Eli, es wären ihre großen Augen gewesen. So tief. So braun. Und von dieser unbeschreiblichen Lebendigkeit. Später wusste er es besser: sie waren füreinander geschaffen.« So beginnt die Erzählung »Der Ventriloquist« von Marco W. Linke. Elis große Zeit als einer der berühmtesten Bauchredner der Welt liegt lange zurück. Sogar eine eigene Radiosendung hatte er damals. Doch dann erkrankte seine Frau Emma an der Creuzfeld-Jakob-Krankheit und Eli Lenau gab seine letzte Vorstellung, um sich fürderhin ganz der Pflege seiner Frau widmen zu können.

Zwanzig Jahre sind seitdem vergangen. Doch nun hat er Steward, die ihn Zeit seiner Karriere begleitende hölzerne Puppe, vom Dachboden geholt. »Wir werden nach Paris fahren. Es wird dort eine kleine Feier anlässlich meines achtzigsten Geburtstags geben«, eröffnet er ihm freudig. Dort, wo er einst Emma kennengelernt hat, im Théâtre des Bouffes-Parisiens, steht er noch einmal auf der Bühne ― und sieht inmitten des Publikums seine Frau Emma.

Für die mit zauberhaften Zeichnungen des Autors angereicherte, poetisch und einfühlsam erzählte Geschichte wurde Marco W. Linke vom Literatur-Kollegium Brandenburg der Brandenburgische Literaturpreis 2008 verliehen.

Marco W. Linkes »Der Ventriloquist« bei Amazon (als Taschenbuch)
Marco W. Linkes »Der Ventriloquist« bei Amazon (als Hardcover)

Dieser Beitrag wurde unter Autoren, Bücher abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.