Monatsarchive: Januar 2011

Aus München wird Munchen und Köln heißt bald Koln

Aus München würde Munchen und Köln hieße zukünftig Koln, wenn in Deutschland nachgeahmt würde, was in Dänemark viele Gemüter erhitzt. Århus, die zweitgrößte Stadt des Landes, schreibt sich seit Anfang dieses Jahres wieder Aarhus. Wieder, weil das Kringel-A erst mit der dänischen Rechtschreibreform von 1948 eingeführt wurde.

Als Hauptargument führen die Befürworter des doppelten A an, dass das A mit dem Kreis im Ausland für Probleme sorge. Viele wüssten nicht, wie sie den Buchstaben aussprechen und vor allem wie sie ihn auf Computertastaturen schreiben sollten, denn auf Tastaturen außerhalb Skandinaviens finde sich fast nie das Å.

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Brandenburgischer Literaturpreis für »Der Ventriloquist« von Marco W. Linke

»Anfangs dachte Eli, es wären ihre großen Augen gewesen. So tief. So braun. Und von dieser unbeschreiblichen Lebendigkeit. Später wusste er es besser: sie waren füreinander geschaffen.« So beginnt die Erzählung »Der Ventriloquist« von Marco W. Linke. Elis große Zeit als einer der berühmtesten Bauchredner der Welt liegt lange zurück. Sogar eine eigene Radiosendung hatte er damals. Doch dann erkrankte seine Frau Emma an der Creuzfeld-Jakob-Krankheit und Eli Lenau gab seine letzte Vorstellung, um sich fürderhin ganz der Pflege seiner Frau widmen zu können.

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Die Linke: Autoren müssen nicht von ihrer Arbeit leben können

Mit dem Unfug der Ein-Euro-Jobs muss endlich Schluss gemacht werden. Wer arbeiten will, soll das gefälligst kostenlos tun, denn von einem Euro pro Stunde kann ohnehin kein Mensch leben.

Unfug?

Natürlich ist das Unfug.

Aber genau das wird Autoren einzureden versucht. Autoren bräuchten keinen Schutz ihrer literarischen oder journalistischen Arbeit, verkündete kürzlich auch Ilja Braun, der die Bundestagsfraktion der Partei Die Linke im Rahmen der Enquêtekommission »Internet und digitale Gesellschaft« unterstützt. Seine Begründung: Die meisten Autoren könnten von ihren Honoraren ohnehin nicht leben.

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Buchhandlungen wollen ihr Angebot ausdünnen

Wenig bekannte Autoren und Verlage dürften es zukünftig noch schwerer haben, den Weg in die Regale der Buchhandlungen zu finden. Darauf deuten jedenfalls die Ergebnisse einer Umfrage des Buchreports im Sortimentsbuchhandel hin.

Viele Buchhändler, so der Buchreport, wollten ihr Sortiment straffen und die Zahl der Buchtitel straffen. Begründet werde das mit der negativen Umsatzentwicklung. Besonders betroffen sein würden davon Fachbücher, am wenigsten Kinder- und Jugendbücher. Als Ausgleich wollten viele Buchhändler ihr sogenanntes Nonbook-Angebot ausbauen.

Dass sich damit die Probleme des Buchhandels lösen lassen, halte ich allerdings eher für unwahrscheinlich. Buchläden, in denen es auch Bücher gibt, erinnern mich an die Kaffeegeschäfte, in denen in einer Ecke auch noch Kaffee verkauft wird.

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Das Unwort des Jahres 2010 oder Sprache als Waffe

»Alternativlos« ist das Unwort des Jahres 2010 – eine, wie ich finde, sehr gute, wenn auch nicht alternativlose Entscheidung. Anders als bei den meisten Unwörtern der vergangenen Jahre richtet sich die Kritik der Jury nicht gegen das Wort an sich, sondern gegen seinen konkreten Gebrauch in der politischen Sprache. Wenn die Regierung ihre Politik für »alternativlos« erkläre, versuche sie damit Diskussionen zu unterbinden.

Nun musste man allerdings nicht bis zur Regierung Merkel warten, um sich am »alternativlos« erfreuen zu dürfen. Schon Kanzler Schröder erklärte dem Volk seine Politik für »alternativlos«. Zusätzlich fuhr er jedem mit einem energischen »Basta« über den Mund, der aufzumucken versuchte. Sprache kann zur Waffe werden, schrieb vor einem Jahrhundert Kurt Tucholsky. Wie Recht er doch hatte und hat.

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