Märchenstunde im Radio: Bund proletarisch-revoluionärer Schriftsteller in der DDR

Ich sage ja immer: Radio hören bildet, und ganz besonders, wenn man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk hört. So habe ich eben gerade erfahren, dass es in der DDR einen Bund proletarisch-revoluionärer Schriftsteller gab. Bisher dachte ich immer, der 1928 von Johannes R. Becher, Anna Seghers, Egon Erwin Kisch, Erich Weinert, Ludwig Renn, Hans Lorbeer, Kurt Kläber, Karl Grünberg, Bruno Apitz und anderen linken Schriftstellern und Arbeiterkorrespondenten gegründete Bund proletarisch-revoluionärer Schriftsteller sei 1933 nach der Machtübergabe an die Nazis verboten worden.

Aber vielleicht gibt es neue Forschungsergebnisse. Bislang wurde davon ausgegangen, dass zwar einige Mitglieder versuchten, den Bund am Leben zu erhalten, die Emigration vieler seiner Mitglieder und zahlreiche Verhaftungen dann aber doch bald zu seinem Einschlafen führten. Von einer Wiederbelebung in der DDR war bislang noch nie etwas zu hören. Im Gegenteil tat sich die SED-Führung mit dem Bund proletarisch-revoluionärer Schriftsteller sehr schwer, obwohl viele seiner einstigen Mitglieder ihre Heimat in der DDR fanden.

Doch ehrlich gesagt glaube ich auch nicht an solche Forschungsergebnisse. Vielmehr dürfte es sich wieder einmal eine dieser vielen Radiobeiträge gewesen sein, der mit mehr Glauben als Wissen zusammengebastelt wurde.

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