Monatsarchive: November 2010

BoD will lieber kritischen Forumsthread löschen statt über Qualitätsmängel zu diskutieren

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, ist im Autorenpool von BoD die weitere Diskussion über ein Fachbuch unterbunden und die Löschung des gesamten Threads angekündigt worden. Formale Begründung: Der Autor hat sich abgemeldet. Nun melden sich im BoD-Forum allerdings regelmäßig nicht nur Autoren an, sondern ebenso wieder ab – ohne dass die Threads sich abmeldender Autoren deshalb gelöscht wurden.

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Ciceros »Vier Reden gegen Catilina«: Brandaktuelle Höhepunkte der Rhetorik

Ciceros »Vier Reden gegen Catilina« mögen nicht für jeden die bevorzugte Urlaubslektüre zu sein, aber wann außer im Urlaub nimmt man sich sonst schon die Zeit für einen solchen, sonst eher von Altphilologen bevorzugten Lesestoff? Mein erster Einstieg lag lange zurück, doch zwei weitgehend verregnete Urlaubstage boten eine gute Gelegenheit, die nur gut 80 Seiten endlich einmal von Anfang bis Ende zu lesen.

Es ist schon erstaunlich, dass Ciceros Reden zweitausend Jahre alt sind und trotzdem überraschend aktuell klingen. Die Rom bedrohende Gefahr komme nicht von außen, prangerte Cicero an, sondern aus dem Innern des Gemeinwesens. Natürlich darf man für Rom nicht einfach Deutschland einsetzen. Aber auch Deutschland wird zunehmend von einer Machtelite bedroht, die nicht am Gemeinwesen interessiert ist, sondern nur noch an der Mehrung von Macht und Profit.

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Kaum zu fassen: Negative Amazon-Kritik für Orientierung am Duden

Dass book on demand veröffentlichende Autoren auf ihre Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler sogar noch stolz sind, ist keineswegs unüblich, eine negative Amazon-Kritik für einen Konkurrenten, weil er sich am Duden orientiert hat, habe ich allerdings heute erstmals gelesen.

So fällt der Kritikerin »ein Schreibfehler auf, in dem es heißt ›sodass‹, statt ›so dass‹.« Sowohl das bizarre Deutsch als auch das überflüssige Komma hinter »sodass« sind übrigens original übernommen. Drei Sätze weiter verkündet sie: »Daneben fällt oft der Kukuk ein, in dem es ständig ›kuckst‹, statt ›guckt‹.« Eines lässt sich sicher sagen: In den Duden hat sie weder geguckt noch gekuckt, sonst hätte sie dem »Kukuk« zwei c geschenkt und festgestellt, dass sowohl die Schreibweise »gucken« als auch »kucken« zulässig ist. Vielleicht wäre ihr dann auch das erneut überflüssige Komma aufgefallen oder das zumindest zweifelhafte »in dem«.

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Märchenstunde im Radio: Bund proletarisch-revoluionärer Schriftsteller in der DDR

Ich sage ja immer: Radio hören bildet, und ganz besonders, wenn man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk hört. So habe ich eben gerade erfahren, dass es in der DDR einen Bund proletarisch-revoluionärer Schriftsteller gab. Bisher dachte ich immer, der 1928 von Johannes R. Becher, Anna Seghers, Egon Erwin Kisch, Erich Weinert, Ludwig Renn, Hans Lorbeer, Kurt Kläber, Karl Grünberg, Bruno Apitz und anderen linken Schriftstellern und Arbeiterkorrespondenten gegründete Bund proletarisch-revoluionärer Schriftsteller sei 1933 nach der Machtübergabe an die Nazis verboten worden.

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Gebührenfinanzierter MDR wirbt für Druckkostenzuschussverlag

»Pecunia non olet«, verteidigte der römische Kaiser Vespasian die von ihm eingeführte Latrinensteuer. Geld stinkt nicht, scheint man sich auch beim MDR gedacht zu haben, als einem Druckkostenzuschussverlag gleich ein ganzer Fernsehbeitrag gewidmet wurde. Dabei macht Wilfried Kriese überhaupt keinen Hehl daraus, dass die Autoren bei ihm für das Veröffentlichen bezahlen müssen. 3100 Euro kostet laut Homepage die Standardveröffentlichung. Darin seien dann aber auch 40 bis 130 Autorenexemplare enthalten.

Bei einem Book-on-Demand-Dienstleister könnten die Autoren ihre Manuskripte allerdings für einen Bruchteil dieses Geldes veröffentlichen. Aber vielleicht sind die Bücher dafür wenigstens professionell gestaltet? Ein Blick in einige wahllos herausgegriffene Titel zeigt das übliche Textverarbeitungslayout. Von einer professionellen Buchgestaltung konnte ich nichts entdecken. Die Autoren der Sendung scheint das allerdings ohnehin nicht interessiert zu haben.

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